Medizinische Versorgungszentren

ZI erhebt den wirtschaftlichen Status

Wie ist die wirtschaftliche Lage der Medizinischen Versorgungszentren? Eine Online-Umfrage soll Licht ins Dunkel bringen.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

BERLIN. Ein blinder Fleck bei den rund 2500 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) im Lande soll ausgeleuchtet werden. Zwar liegen wesentliche Strukturdaten wie die beteiligten Facharztgruppen und die Trägerschaft bereits weitgehend offen. Die wirtschaftliche Lage der MVZ ist jedoch weitgehend unbekannt.

Mit einer Online-Umfrage im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigungen wollen das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) und der Bundesverband Medizinische Versorgungszentren (BMVZ) an dieser Stelle Licht ins Dunkel bringen.

Ziel sei es, mehr über die Kosten, die Einnahmen nach Facharztgebieten, das Personal und seine Qualifikationen und das Verhältnis von Ärzten zu medizinischen Fachangestellen zu erfahren, sagte der ZI-Fachbereichsleiter Markus Leibner am Dienstag der "Ärzte Zeitung". Nach schleppendem Beginn Mitte Juni sei die Umfrage nun mindestens bis 15. August verlängert worden. Auch danach eingehende Anworten sollen noch berücksichtigt werden. Erste Ergebnisse sollen beim BMVZ-Kongress im September in Berlin vorgestellt werden.

Die Daten würden vor allem für die Honorarverhandlungen der Vertragsärzte mit den Krankenkassen benötigt. Darin spielten die Entwicklung der Betriebs- und Investitionskosten eine entscheidende Rolle, heißt es bei der KBV.

Die Kassen sind gesetzlich verpflichtet, diese Werte bei der Anpassung der Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.

Knapp 2500 MVZ sind derzeit in Deutschland aktiv. Gut 900 werden nach Daten von Ende 2015 von Vertragsärzten betrieben, etwas mehr von Krankenhäusern. Der Rest ist in der Trägerschaft zum Beispiel von Gemeinden und Landkreisen.

Medizinische Versorgungszentren nehmen an der vertragsärztlichen Versorgung teil. Deshalb sollen sie künftig in das ZI-Praxis-Panel aufgenommen werden, sagt Markus Leibner. Darin werden die wirtschaftlichen Daten der niedergelassenen Vertragsärzte erfasst. Das ZI befragt dazu rund 6500 Ärzte jährlich.

Mehr zum Thema

Gesundheitsmanagement in Unternehmen

Resilienz – ein Mittel, um Krisen zu meistern

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Schüsse aus Schreckschusspistolen beschäftigen die deutsche Rechtsmedizin. Die Tatwaffen hatten mehrere Zusatzfunktionen.

© jedi-master / stock.adobe.com

Drei Fälle aus der Rechtsmedizin

Von Schreckschusspistole lebensgefährlich verletzt