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Intensivmediziner

Zahl der älteren COVID-19-Patienten entscheidet über Intensivkapazitäten

An COVID-19 erkranken derzeit deutlich mehr jüngere Menschen. Entscheidend für die Intensivkapazitäten in den Kliniken ist allerdings, wie viele ältere Erkrankte es gibt, betonen Intensivmediziner.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Intensivbetten im temporären Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner Messegelände.

Intensivbetten im temporären Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner Messegelände.

© Christoph Soeder/dpa

Berlin. Mit der erneuten Ausrichtung der Corona-Teststrategie auf Risikogruppen wie zum Beispiel ältere Menschen liegen Bund und Länder offenbar richtig. Intensivmediziner betonten am Donnerstag, dass die meisten Patienten mit COVID-19 auf den Intensivstationen zwischen 50 bis 60 Jahre alt seien.

In der öffentlichen Wahrnehmung sei es daher dringend notwendig, die Gesamtzahl an Infektionen der Zahl an Infektionen in diesen Altersgruppen gegenüberzustellen. Derzeit erkrankten deutlich mehr jüngere Menschen. Das Durchschnittsalter der Infizierten sei gegenüber dem der Infizierten der ersten Welle um bis zu 20 Jahre abgesunken. Junge Patienten erkrankten grundsätzlich weniger schwer an der Krankheit als ältere.

„Unsere epidemiologische Arbeit, in der wir 10.000 COVID-19-Fälle im Zeitraum der ersten Welle analysiert haben, hat sehr deutlich gezeigt, dass es hinsichtlich der Versorgungskapazitäten entscheidend darauf ankommt, wie viele ältere Patienten sich infizieren“, sagte der Intensivmediziner Professor Christian Karagiannidis in Reaktion auf die aktuell steigenden COVID-19-Infektionszahlen.

Karagiannidis ist der künftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN).

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DIVI: Ärzte haben mehr Optionen

Die steigenden Infektionen müssten im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Intensivbetten gesehen werden, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Uwe Janssens, am Donnerstag. In den Wintermonaten seien die Intensivkapazitäten oft auch anderweitig strapaziert, sagte Janssens mit Blick auf die Grippesaison.

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„Insgesamt stehen wir in den deutschen Kliniken deutlich besser da als während der ersten Welle“, betonte Karagiannidis. Die Ärzte hätten mehr Routine im Umgang mit COVID-19 und es ständen mit Remdesivir, Cortison und der passiven Immunisierung neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

DKG: Bis zu 42.000 Intensivbetten

Die Krankenhäuser seien auf einen weiteren Anstieg der Infektions- und Patientenzahlen vorbereitet, heißt es bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Mit mehr als 30.000 für COVID-19 geeigneten Intensivbetten und der Möglichkeit, kurzfristig 12.000 weitere Intensivbetten zu aktivieren, lägen die Kapazitäten über dem Niveau anderer europäischer Länder.

In der Folge des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes von Mitte März sind bis Ende Juli rund 11.000 neue Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit geschaffen worden. Dafür gab es vom Bund eine Förderung je Bett von 50.000 Euro.

Bis Ende Oktober müssen laut Entlastungsgesetz die Länder dem Bundesgesundheitsministerium eine krankenhausbezogene Spitzabrechnung über die ausgezahlten Fördermittel vorlegen.

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