Kommentar – Ärztemonitor

Zufrieden und verunsichert

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Ärzte und Psychotherapeuten müssen glückliche Menschen sein – vor allem Hausärzte. Das hat bereits die F.A.Z. vor gut einem Jahr in einer Berufszufriedenheitsumfrage festgestellt. Genau dieses Bild vermittelt auch der aktuelle Ärztemonitor von KBV und NAV-Virchowbund.

Erfüllung im Beruf, die Arbeit macht Spaß, die Wochenarbeitszeit geht leicht zurück, und schließlich stimmt auch noch das Honorar. "Ja, ich würde gerne wieder Arzt werden!" Verkehrte Welt?

Wie passt das mit der Kritik zusammen, die auf die Politik zum Terminservicegesetz Tag für Tag einprasselt? Zunächst ist es richtig, dass die Umfrage vor dem TSVG-Entwurf stattgefunden hat. Und dennoch: Heute sind es die Sorgen, die Ärzte umtreiben, dass diese (noch) heile Welt irgendwann einmal zu Ende gehen könnte. "Freiheit schafft Zufriedenheit", lautet der Erklärungsversuch von NAV-Chef Dirk Heinrich und befeuert damit indirekt die Diskussion ums TSVG weiter .

Klar kann der Gesetzgeber Vorgaben machen. Die Frage ist nur, ob er damit junge Ärzte erreicht, die sich zunehmend für eine Tätigkeit als Angestellte entscheiden. Für sie ist nach acht Stunden Dienst Schluss.

Vielleicht steht der Ärztemonitor auch stellvertretend für eine allgemeine Stimmungslage: "Noch geht's mir gut, wer weiß, wie lange noch. . ."

Lesen Sie dazu auch: Ärzte und Psychotherapeuten: Glücklich und zufrieden mit dem Job

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