Bevölkerungsvorausberechnung

Zuwanderung bremst die Alterung

Bis 2035 sinkt der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland um bis zu sechs Millionen.

Veröffentlicht: 27.06.2019, 17:30 Uhr
Zuwanderung bremst die Alterung

Die deutsche Bevölkerung wird unweigerlich stark altern.

© bluedesign / stock.adobe.com

BERLIN. Deutschland wird auch bei hoher Zuwanderung und einer günstigen Annahme der Geburtenziffer unweigerlich stark altern. Während 2018 100 Personen im Erwerbsalter 60 potenziellen Leistungsempfängern gegenüberstanden, werden es 2038 bereits 80 sein.

Das geht aus der 14. Koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag vorgestellt hat. Im Vergleich zur letzten Vorausberechnung von 2013 sind die Daten zur künftigen Bevölkerungsstruktur etwas günstiger geworden.

Ursächlich dafür sei die unerwartet hohe Zuwanderung, die den Anteil jüngerer Menschen in Deutschland leicht erhöht hat. Das bremse die Alterung der deutschen Bevölkerung, verhindere sie aber nicht.

Keine Prognose

Die Vorausberechnung ist keine Prognose, so die Statistiker, sondern eine Wenn-Dann-Analyse unter verschiedenen Annahmen, die jeweils miteinander kombiniert werden: Die Geburtenhäufigkeit (von derzeit 1,57 auf 1,43 sinkend, 1,55 als mittlere Variante, 1,73 als obere Variante), die Lebenserwartung für Männer und Frauen (82/86; 84/88; 86/90 Jahre) und der Wanderungssaldo (111.000, 221.000, 311.000 Personen).

Der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung, ist der unsicherste Faktor, er lag im Vorjahr bei 386.000 und schwankt im Zeitablauf.

Nach der neuen Vorausberechnung wird die Zahl der bis 18-Jährigen bis Anfang der 2030er Jahre von derzeit 14,4 Millionen mindestens stabil bleiben oder in der günstigsten Variante auf knapp 16 Millionen steigen. Nur unter sehr optimistischen Annahmen würde diese Zahl bis 2060 konstant bleiben.

Es wird weniger Erwerbstätige geben

Das größte Problem der kommenden 15 Jahre ist der Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung zwischen 20 und 66 Jahren, das sind derzeit 51,8 Millionen Menschen: Je nach Annahmen über die Nettozuwanderung liegt der Rückgang zwischen 4,4 und 6 Millionen Menschen.

Zugleich wird sich die Zahl alter Menschen von derzeit 15,9 Millionen auf über 20 Millionen Anfang der 2030er Jahre erhöhen, gefolgt von einem weiteren Anstieg bis Ende der 2030er Jahre.

Es wird dann bis Anfang der 2050er Jahre mit einem weiteren Zuwachs der über 80-Jährigen auf acht bis über zehn Millionen gerechnet. (HL)

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