Zwölf Euro monatlich für private Pflegeversicherung

Forscher plädieren im "Pflegeheim Rating Report 2011" dafür, eine private Pflegezusatzversicherung ohne Risikoprüfung zu etablieren.

Veröffentlicht:

KÖLN (iss). Wirtschaftswissenschaftler sprechen sich im "Pflegeheim Rating Report 2011" für die Einführung einer privaten Zusatzversicherung und einer Karenzzeit in der gesetzlichen Pflegeversicherung aus. Sie sehen diese Schritte als Teil eines Bündels von Maßnahmen, um die Finanzlage der Pflegeversicherung langfristig zu stabilisieren.

Der Bericht ist gemeinsam vom Forschungsinstitut RWI und den Unternehmen ADMED und HCB erstellt worden. Er geht für die kommenden 20 Jahre von einem deutlichen Anstieg der Zahl der Pflegekräfte aus, der sowohl einen Ausbau der Heimkapazitäten als auch einen höheren Fachkräftebedarf auslösen wird.

RWI-Forscher unterstützten Pflegezusatzversicherung

Die damit verbundenen Kosten werden sich in einer höheren Belastung der Pflegeversicherung niederschlagen. Deshalb halten die Wissenschaftler es für notwendig, sowohl die Einnahmen- als auch die Ausgabenseite zu verbessern.

Sie unterstützen das von der Bundesregierung in die Diskussion gebrachte Konzept einer obligatorischen, kapitalgedeckten privaten Pflegezusatzversicherung. Um politisch durchsetzbar zu sein, dürfe sie nicht zu hoch ausfallen, sagt Dr. Boris Augurzky vom RWI, einer der Autoren. "Zwölf Euro monatlich wären denkbar."

Einzug der Beiträge über den Arbeitgeber

Das Geld sollte automatisch über den Arbeitgeber eingezogen werden, um den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Ein solches Verfahren sei auch mit den privaten Krankenversicherern denkbar, sagt er.

"Da sie alle Risiken bekommen, wäre ein standardisiertes Produkt ohne Risikoprüfung möglich." Wichtig sei, dass das Geld nachhaltig angelegt und der Kapitalstock nicht zur politischen Verfügungsmasse wird, sagt Augurzky.

Mit der Karenzzeit lehnen sich die Wissenschaftler an ein Konzept des Ökonomen Professor Bernd Raffelhüschen an. Das heißt, auch nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit erhalten die Betroffenen erst einmal keine Versicherungsleistungen. Hier hält Augurzky eine Frist von sechs Monaten für sinnvoll.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an

Ein medizinischer Pfleger schneidet einem älteren Patienten in der Klinik die langen Fußnägel.

© amfer75 / stock.adobe.com

Long-Toenail-Sign

Was lange Zehennägel bei älteren Patienten über die Gesundheit verraten

zwei Männer wählen aus einem Sortiment Autoreifen

© Fabian Sommer / dpa / picture alliance

Aut idem patentfreier rekombinanter Arzneimittel

Jetzt übernehmen Apotheken die Verantwortung für die wirtschaftliche Biological-Auswahl