Impfkampagne

Ärzte bestellen ab sofort explizit Comirnaty® und Vaxzevria®

Ab der kommenden Woche können Ärzte auf Kassenrezept impfstoffbezogen Corona-Impfstoffe bestellen. Zur Verfügung stehen vorläufig Comirnaty® von BioNTech/Pfizer und Vaxzevria® von AstraZeneca in unterschiedlichen Mengen.

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:
Auf Muster 16 können Ärzte ab sofort impfstoff-spezifisch die Impfdosen bestellen.

Auf Muster 16 können Ärzte ab sofort impfstoff-spezifisch die Impfdosen bestellen.

© johannesspreter / stock.adobe

Berlin. Die Bestellung von Impfstoffen gegen COVID-19 für Vertragsärzte auf Muster 16 erfolgt ab sofort impfstoffbezogen. Darauf weist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihrer am Mittwoch aktualisierten Praxisinfo Corona-Schutzimpfung. Die KBV stehe „fortlaufend mit dem BMG, dem Pharmagroßhandel und der ABDA in Kontakt zum Thema Impfen in den Praxen“, verlautete am Mittwoch auf Anfrage.

Bei Gesprächen Anfang dieser Woche habe man sich nun darauf verständigt, dass Ärzte nun impfstoffspezifisch bestellen.

Die neue Regelung gilt erstmals für die Bestellung zur übernächsten Woche (ab dem 26. April), da die Ärzte für die kommende Woche bekanntlich bereits bis Dienstagmittag bestellen mussten. Das heißt, bis zum 20. April um 12 Uhr kann die Bestellung für die Woche vom 26. April bis 2. Mai aufgegeben werden. Ziel ist es, dass die Praxen angepasst an ihr Patientenklientel bestellen können.

Der Bestellvorgang: Ärzte geben auf Muster 16 den Impfstoffnamen an – also Comirnaty® oder Vaxzevria® – und die jeweilige Anzahl der Dosen. Nach Angaben der KBV sollen gemäß STIKO-Empfehlungen, insbesondere zum Alter der Patienten, weiterhin beide Impfstoffe bestellt und verimpft werden.

Um das passende Impfzubehör (Kanülen, Spritzen und gegebenenfalls auch NaCl-Lösung) zu bestellen, genügt es, „plus Impfzubehör“ auf dem Rezept anzugeben.

Geringere Lieferungen nicht ausgeschlossen

Die Bestellmenge: Für die Kalenderwoche 17, also Ende April, stehen laut KBV den Praxen rund 1,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung, drei Viertel davon seien der Impfstoff von BioNTech/Pfizer und ein Viertel der von AstraZeneca. Daraus ergeben sich für Praxen eine Bestellmenge von 18 bis maximal 30 Dosen Comirnaty® von BioNTech/Pfizer pro Arzt und von 10 bis maximal 50 Dosen Vaxzevria® von AstraZeneca pro Ärztin.

Bei Bestellung nur eines Impfstoffes erhöhe sich die maximale Liefermenge für den bestellten Impfstoff nicht, so die KBV. Zu beachten ist für Ärzte auch eine Mindestliefermenge je Impfstoff: drei Durchstechflaschen von BioNTech/Pfizer mit jeweils 6 Dosen, d.h. mindestens insgesamt 18 Dosen, und/oder voraussichtlich mindestens 1 Ampulle von AstraZeneca mit insgesamt 10 Dosen.

Ärzte müssten damit rechnen, dass sie weniger Impfstoff als bestellt geliefert bekommen, weil der Impfstoff weiterhin knapp ist. Die bestellte Menge wird angepasst an die jeweilige Ampullen-Größe, also sechs Impfdosen je Vial bei Comirnaty® und zehn Dosen bei Vaxzevria®.

Apotheke meldet Mengen bis Donnerstag zurück

Die Lieferapotheke: Die Ärzte sollen weiterhin bei der Apotheke bestellen, von der „sie auch üblicherweise den Sprechstundenbedarf beziehen“, heißt es weiter – und bei keiner anderen Apotheke. Bis Donnerstag der Bestellwoche soll die Apotheke die Praxis darüber informieren, welche Menge an Impfstoff tatsächlich geliefert wird. So können die Praxen gegebenenfalls noch Impftermine verlegen.

Die Handhabung auf Muster 16: Auf dem Kassenrezept wird jeweils der Name des Impfstoffs eingegeben und eine passende Menge an Impfdosen sowie „plus erforderliches Impfzubehör“. Falls bereits Zweitimpfungen anstehen, ist dies auf dem Rezept zu vermerken mit dem Hinweis „Zweitimpfung“. Dadurch soll gesichert werden, dass die benötigte Menge auch auf jeden Fall geliefert wird.

Wie dauerhaft für Zweitimpfungen bestellt werden soll, werde noch in Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium geregelt, heißt es in der Praxisinfo.

Besondere Kanülen für Comirnaty®

Als Kostenträger muss wie gehabt das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) angegeben werden (IK 100038825). Weitere Felder seien auf dem Kassenrezept nicht auszufüllen. „Sollte Ihre Praxissoftware dies allerdings verlangen, so können Sie die Felder frei befüllen, zum Beispiel das Personalienfeld mit ‚Corona-Impfstoff‘ oder das Adressfeld mit Ihrer Praxisadresse“, schreibt die KBV.

Besonderheiten beim Zubehör: Beim Impfbesteck zur Entnahme von Comirnaty® ist zu beachten, dass die Kanülen FrontierMedical LDS lang orange 25G (Artikelnr. 011753) in Kombination mit einer geeigneten Spritze ein besonders geringes Totraumvolumen aufweisen.

Sie seien daher für die Entnahme von sechs Dosen von Comirnaty® geeignet. Sie sollten daher ausschließlich für diesen Impfstoff verwendet werden, rät die KBV.

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Kommentare
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Jennifer Rühms

Impfung und Testung wann immer möglich vor der Tür.


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