Telematikinfrastruktur

Ärzte fürchten „digitalen Burn-Out“

Bei jedem Datenzugriff erneute Authentifizierung? Die freie Ärzteschaft befürchtet überbordenden Aufwand mit der TI.

Veröffentlicht:
Viel Aufwand. Müssen Ärzte, Patienten und Apotheker durch die hohen Standards des Sicherheits-Systems „Zero Trust“ (Null Vertrauen) bei jedem Zugriff auf Daten in der TI ihre Identität neu bestätigen?

Viel Aufwand. Müssen Ärzte, Patienten und Apotheker durch die hohen Standards des Sicherheits-Systems „Zero Trust“ (Null Vertrauen) bei jedem Zugriff auf Daten in der TI ihre Identität neu bestätigen?

© © PhotoSG / stock.adobe.com

Essen. Kommt auf Ärzte bei Identifizierungsprozessen in der Telematikinfrastruktur (TI) ein hoher Aufwand zu? Davon ist zumindest die Freie Ärzteschaft (FÄ) überzeugt. Sie beruft sich in einer aktuellen Mitteilung auf ein Papier der gematik, wonach Ärzte, Patienten und Apotheker durch die hohen Standards des Sicherheits-Systems „Zero Trust“ (Null Vertrauen) bei jedem Zugriff auf Daten in der TI ihre Identität neu bestätigen müssen. „Die gematik droht so, zu einer umfassenden Kontrollbehörde zu werden“, befürchtet FÄ-Vize Silke Lüder. Der Verband kritisiert, dass die Praxen wöchentlich mit Aufforderungen zur Implementierung neuer technischer Voraussetzungen zur TI-Anwendung bombardiert würden. „Für die Praxen entsteht dadurch starker zusätzlicher Druck.“ Vor allem in den Hausarztpraxen führe das aktuell zu einer Art digitalen Burn-Outs.

Die gematik bestätigt auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“, dass nach dem Whitepaper TI 2.0 vor jedem Zugriff auf Daten in der Telematikinfrastruktur Identität und Berechtigung geprüft werden. „Für Ärzte oder Versicherte führt die TI 2.0 auch im Zusammenhang mit „Zero-Trust“ zu einer deutlichen Entlastung“, so eine Sprecherin. Denn mit den Elementen der Zero-Trust-Architektur könne sehr viel besser entschieden werden, ob und wann ein Nutzer noch einmal seinen Fingerabdruck zur Identifizierung verwenden müsse oder ob erneut die Eingabe einer PIN erforderlich sei. Zumindest in puncto Aufwand für die Erstellung von Rezepten hatten Experten der gematik kürzlich Entwarnung gegeben. Die neue Generation des eHBA ermögliche Stapel- und Komfortsignaturen. Hier genüge ein einmaliges Einloggen beim Start des Praxisbetriebs für die Unterschrift unter die E-Rezepte eines ganzen Praxistages.

(kaha)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Künstliche Intelligenz

Algorithmen-gestützte Telemedizin bei Typ-1-Diabetes

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?