Kommentar

Ärzte kontern mit Transparenz

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Qualitätsmanagement und Fehler in der Arztpraxis - zwei Themen, die noch vor wenigen Jahren höchst unterschiedliche Reaktionen unter Praxisinhabern hervorriefen. Qualitätsmanagement wurde von vielen als Gängelung und unnötige Schikane aufgefasst und deshalb abgelehnt.

Diskussionen über ärztliche Fehler zu führen, war nahezu unbekannt. Die aktuelle Studie der Stiftung Gesundheit zeigt, wie stark sich die Einstellung zu diesen Themen in der Ärzteschaft gewandelt hat. Statt zu lamentieren, versuchen viele Ärzte, die Strukturen und Abläufe in ihren Praxen durch QM zu verbessern.

Auch das Interesse an Fehlervermeidung ist gestiegen. Dass sich fast 95 Prozent der antwortenden Ärzte nicht scheuen, in einer Befragung Auskunft zur Fehlerhäufigkeit in ihrer Praxis zu geben, wäre früher undenkbar gewesen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass Ärzte sich nicht länger nur intern dem Thema widmen.

Wie notwendig diese Wandlung war, zeigen die jüngsten Reaktionen mancher Medien auf die Behandlungsfehler-Statistik. Wo mit Schlagzeilen über vermeintlichen "Ärzte-Pfusch" Stimmung gemacht wird, hilft von ärztlicher Seite nur Transparenz. Die Studie deutet darauf hin, dass die ärztliche Basis dazu bereit ist.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Immer mehr Ärzte geben Fehler zu und entscheiden sich für QM

Mehr zum Thema

Ein Jahr nach Pandemie-Beginn

Umfrage: Wie geht es Heilberuflern in Corona-Zeiten?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Unbekannter Patient am Bildschirm. Wie viel Kranksein lässt sich bestätigen?Die KBV ist gegen AU-Bescheinigungen nach zuvor ausschließlichem Fernkontakt.

DVPMG vor Anhörung im Gesundheitsausschuss

Zoff um Spahns Pläne für erweiterte Video-AU

Aktuell gibt es in 380 deutschen Stadt- und Landkreisen mindestens einen COVID-19-Intensivpatienten.

Städte und Landkreise

Wo es relativ viele COVID-19-Patienten auf Intensivstationen gibt