Vermögensaufbau

Aktien unterm Baum: Auf Zuwachs schenken!

Wer Kindern und Enkeln langfristig beim Vermögensaufbau helfen will, kann auf Fondssparpläne, Aktien oder Goldmünzen als Weihnachtsgeschenk setzen.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:
Kleine finanzielle Aufmerksamkeiten zu Weihnachten können gewinnbringend in ETF fließen.

Kleine finanzielle Aufmerksamkeiten zu Weihnachten können gewinnbringend in ETF fließen.

© Syda Productions / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Die Summe ist gigantisch: 111,7 Milliarden Euro werden die Bundesbürger in diesem Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgegeben, prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) – ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gut die Hälfte davon dürfte in Präsente für Kinder fließen – in Spielzeug, Bücher, Textilien, Smartphones und Playstations. „Die hohen Sparguthaben und die gute Verbraucherstimmung“ ließen zum Fest einen neuen Ausgabenrekord erwarten, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

„Traditionell machen klassische Geschenke-Branchen wie der Spielwarenhandel mehr als ein Fünftel ihres Jahresumsatzes vor Weihnachten.“ Anlageexperten raten Eltern und Großeltern jedoch, Kindern und Enkeln nicht nur materielle Güter unter den Baum zu legen, sondern mit einem Fondssparplan oder ersten Aktien zu deren langfristigem Vermögensaufbau beizutragen. Sparpläne mit Aktienfonds oder börsennotierten Indexfonds (ETF) würden langfristige jährliche Renditen von fünf und mehr Prozent abwerfen.

Kleinvieh macht auch Mist

Bereits mit geschenkten monatlichen Sparbeiträgen von nur 30 bis 50 Euro käme so über die Jahre genug Geld zusammen, um „erste größere Anschaffung wie das erste Auto oder das Studium mitzufinanzieren“, sagt Michael Craatz, Anlageberater bei der Vermögensverwaltung Hansen & Heinrich in Frankfurt am Main. ETF bilden passiv Indices wie den deutschen Leitindex Dax oder Dow Jones in den USA nach. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Aktienfonds fallen bei ihnen nur minimale jährliche Verwaltungsgebühren an.

Zudem entfällt bei diesen Produkten der Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent. „Sparpläne generieren auch einen pädagogischen Zusatznutzen, da Kinder und Jugendliche so an wirtschaftliche Themen herangeführt werden können, die in der klassischen schulischen Ausbildung oft zu kurz kommen“, sagt Lena Lochner, Portfoliomanagerin bei der Bayerische Vermögen in Bad Reichenhall.

„Viele Kinder und insbesondere Jugendliche wollen mit einer Geldanlage etwas bewegen, um die Welt ein Stück weit besser zu machen und gegen den Klimawandel vorzugehen“, sagt Marianne Gatzweiler, Anlageexpertin bei PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf. „Für sie bieten sich als Geschenk Fonds-Sparpläne an, die in Aktien besonders nachhaltig wirtschaftender Unternehmen investieren“ – etwa Produzenten regenerativer Energie oder sauberen Wassers oder Firmen, die Umwelttechnologien entwickeln.

Bei Jugendlichen, die sich bereits selbst für Kapitalmehrung interessieren, bietet sich die Eröffnung eines Wertpapierdepots samt erster Aktien als Geschenk an. Künftig können Verwandte zum Geburtstag und zu Weihnachten weitere Aktien beisteuern. Gleichzeitig können die Beschenkten aber auch selbst jederzeit Aktien mit Geld erwerben, das sie in Nebenjobs verdienen.

Ein solches Depot könne als Geschenk auch eine Alternative zu Prestigeobjekten sein, mit denen Großeltern häufig Jugendliche beschenken, sagt Anlageberater Craatz. „Für den Preis des aktuell günstigsten iPhones gibt es auch vier Anteile dessen Herstellers Apple.“

Ein verschenktes Smartphone würde jedoch von Jahr zu Jahr Wert verlieren, weil immer wieder neue Modelle auf den Markt kommen. „Hingegen dürfte der Börsenkurs der Apple-Aktien spiegelbildlich weiter steigen“, so Craatz.

Bausparverträge eher für die Tonne

Soll es ein finanzielles Geschenk zum Anfassen sein, rät Mathias Lebtig, Geschäftsführer des Freiburger Vermögensverwalters FP Asset Management, zu Goldmünzen. „Bereits für 100 Euro Gegenwert gibt es geprägte Münzen aus dem Edelmetall, die den Kindern oder Enkeln nicht nur optisch gefallen. Im Gegensatz zu Bargeld und Sparbuch bieten sie Inflationsschutz.“ Denn in aller Regel steige der Goldpreis, wenn die Teuerungsrate anzieht.

Von Bausparverträgen rät Anlageexpertin Lochner hingegen ab. „Bei den aktuell niedrigen Zinsen, der hohen Inflationsrate und den bei Abschluss fälligen Gebühren lohnen sich diese Anlageprodukte nicht.“ So betrage der Guthabenzins bei Bausparverträgen aktuell zumeist nur 0,1 Prozent.

Hingegen belaufe sich die Abschlussgebühr in der Regel auf ein Prozent der gesamten Bausparsumme. Bei einem Bausparvertrag über 10.000 Euro und einer monatlichen Sparrate von 50 Euro, würden somit sofort Gebühren von 100 Euro anfallen – bei 60 Cent Zinsen aufs Jahr.

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