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Bilanz 2018

AstraZeneca sieht Licht am Ende des Tunnels

Erstmals seit längerem konnte AstraZeneca 2018 Einbußen durch Generikakonkurrenz überkompensieren.

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LONDON. Wie erwartet, meldete am Donnerstag AstraZeneca für das Geschäftsjahr 2018 erneut Gewinnrückgang. Der fiel mit -19 Prozent beim Gewinn je Aktie vor Sondereinflüssen jedoch nicht ganz so hoch aus wie ursprünglich prognostiziert (-23 Prozent). Ein starkes Schlussquartal sowie eine zuversichtliche Prognose für 2019 bescherten der Aktie des britisch-schwedischen Pharmakonzerns im vormittäglichen Börsenhandel fast fünf Prozent Plus.

Nach mehreren Vorjahren, in denen der Konzernumsatz unter Generikadruck stand, konnte 2018 die Nachfrage nach neuen Produkten erstmals wieder die erodierenden Verkäufe patentfreier Altoriginale überkompensieren. Vor allem mit innovativen Krebsmitteln verbuchte AstraZeneca kräftige Zuwächse.

So verbesserte sich der Produktumsatz im Indikationsgebiet Onkologie um 50 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar. Mit am besten entwickelte sich der Tyrosinkinasehemmer Osimertinib (Tagrisso®) gegen Lungenkrebs, dessen Verkäufe (in Summe 1,9 Milliarden Dollar) fast das Doppelte des Vorjahres brachten.

Die Erlöse des PARP-Inhibitors Olaparib (Lynparza®) kamen mit 647 Millionen Dollar sogar auf mehr als das Doppelte. Der Anti-PD-L1-Antikörper Durvalumab (Imfinzi®) brachte im ersten vollen Vermarktungsjahr 633 Millionen Dollar.

Im Geschäftsbereich Atemwege verbesserten sich die Einnahmen um vier Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Stärkstes Produkt war hier die Asthma- und COPD-Kombi Budesonid/Formoterol (Symbicort®) mit 2,6 Milliarden Dollar (-9,0 Prozent). Gefolgt von Budesonid-Mono (Pulmicort®) mit 1,3 Milliarden (+9,0 Prozent). Der Mitte November 2017 in den USA und Anfang 2018 in der EU zugelassene Asthma-Antikörper Benralizumab (Fasenra®) spielte 297 Millionen Dollar ein.

In der Einheit CVRM („Cardiovascular, Renal, Metabolism“) wurden 6,7 Milliarden Dollar erlöst (-8,0 Prozent). Für den Rückgang sorgte vor allem die anhaltende Nachahmerkonkurrenz zu Rosuvastatin (Crestor®). Der Cholesterinsenker verlor erneut hoch zweistellig (-39 Prozent) auf 1,4 Milliarden Dollar.  Dagegen hielt der SGLT2-Hemmer Dapagliflozin (Forxiga®) Kurs und kam mit knapp 1,4 Milliarden Dollar wie schon im Vorjahr auf 30 Prozent Zuwachs.

Altprodukte ohne indikationsspezifischen Geschäftsbereich steuerten im Berichtsjahr noch 3,4 Milliarden Dollar (-18 Prozent) zum Konzernumsatz bei. Das einstige Hauptprodukt Esomeprazol (Nexium®) verlor zwar erneut. Trotzdem ist der Protonenpumpenhemmer mit 1,7 Milliarden Dollar (-13 Prozent) noch AstraZenecas drittgrößtes Einzelprodukt.

Insgesamt nahm der Produktumsatz 2018 um 4,0 Prozent auf knapp 21,1 Milliarden Dollar zu. Geringere Einnahmen aus Vertriebskooperationen bewirkten jedoch einen Rückgang der Gesamteinnahmen um 2,0 Prozent auf 22,1 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn ging um 8,0 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Dollar zurück. Der Jahresüberschuss verringerte sich um -38 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar.

Der Ausblick für 2019: Der Produktumsatz soll prozentual hoch einstellig zulegen, der Gewinn je Aktie vor Sondereinflüssen und Abschreibungen zwischen 3,50 und 3,70 Dollar erreichen; das wären wenigstens 1,2 Prozent und bestenfalls knapp 7,0 Prozent mehr. (cw)

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