Behandlungsqualität

Auch Fachgesellschaften senken den Daumen: Klinik-Atlas „derzeit nicht vertrauenswürdig“

Eine Expertenkommission der Arbeitsgemeinschaft Medizinisch wissenschaftlicher Fachgesellschaften fordert, den Datenstand im neuen Klinik-Atlas des Bundes gut sichtbar als „vorläufig“ auszuweisen.

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Berlin. Nach zwei Wochen am Netz provoziert der Klinik-Atlas des Bundes immer noch weitere Kritik. Nach DKG und dem Verband der Privatkliniken (BDPK), Bundesärzte- und -psychotherapeutenkammer meldet nun auch die Arbeitsgemeinschaft Medizinisch wissenschaftlicher Fachgesellschaften (AWMF) Zweifel an der Aussagekraft der interaktiven Datenbank an. In der jetzigen Form halte man „das Informationsangebot nicht für vertrauenswürdig“, so laut Mitteilung das Votum der AWMF-Kommission „Versorgungsstrukturen“.

In der Hauptsache bemängeln die Vertreter der Fachgesellschaften, dass „die Vorläufigkeit der Daten einerseits und die mangelnde Qualitätsüberprüfung der Daten andererseits nicht ausreichend deutlich wird“.

Zudem gebe es handwerkliche Fehler „unter anderem in der fehlenden Trennung von Haupt- und Nebendiagnosen und der schlechten Verknüpfung von Diagnosen und Prozeduren“. Infolgedessen könnten Patienten fehlgeleitet und Kliniken geschädigt werden.

Spontan hätte eine Mehrheit der Kommissionsmitglieder die Einschätzung geteilt, „dass der Bundes-Klinik-Atlas wieder abgeschaltet werden sollte, bis er verlässlichere Informationen aufweist“, heißt es weiter. Schlussendlich konzedieren die medizinischen Experten aber in ihrer konsentierten Stellungnahme doch die vorübergehende Natur der festgestellten Unzulänglichkeiten. Zumindest, so die Kommissionsempfehlung, seien deshalb die Atlas-Angaben „gut sichtbar und laienverständlich“ als „vorläufig“ oder als „Testversion“ zu kennzeichnen. (cw)

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