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BPI: Apotheken kaufen jetzt noch den Markt leer

BERLIN (cw). Möglicherweise wird es Anfang 2012 kurzzeitig Engpässe im Arzneimittelmarkt geben, prognostiziert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

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Der Grund: Die Umstellung der Großhandelsspanne auf einen Fixbetrag pro Packung von 70 Cent zuzüglich 3,15 Prozent Marge. Dadurch verteuern sich niederigpreisige Produkte.

Deshalb würden sich derzeit viele Apotheken noch zum alten Preis mit solchen Produkten bevorraten. Aktuell erhält der Großhandel pro Packung noch eine degressiv von 15 bis 1,61 Prozent gestaffelte Marge, die bei 72 Euro gedeckelt ist.

Erst kürzlich hatte der Branchenverband ProGenerika als Grenze der bevorstehenden Verteuerung 7,77 Euro benannt. Alle Packungen, die ab Werk mehr kosten, werden 2012 günstiger.

Umgekehrt: Alle Packungen, deren Herstellerabgabepreis unter 7,78 Euro liegt, werden teurer. Auf Basis der Abgabemengen von 2010 seien das 336 Millionen Packungen.

Höhere Einkaufspreise

Für 21 Millionen Packungen, die von Apothekern 2010 abgegeben wurden, rechnet Pro Generika gar eine Verdoppelung des Apothekeneinkaufspreises vor, weil so viele Packungen von Herstellern für einen Stückpreis unter 70 Cent verkauft wurden.

Neben den Einkaufsvorteilen, die die Apotheken jetzt noch nutzen, dürfte der eine oder andere von ihnen aber auch Verluste erleiden. Beim BPI ist man sich jedenfalls sicher, dass die Offizinbetrieber demnächst mit Forderungen nach Lagerwertverlustausgleichen bei der Industrie vorstellig werden.

Denn die in diesem Jahr noch teuerer ins Lager gelegten Präparate spielen ab Januar 2012 den Einkaufspreis nicht mehr voll ein.

Vorsorglich weist der BPI schon mal darauf hin, dass solche Forderungen "gegenüber den Herstellern unbegründet sind", da sich an deren Abgabepreisen schließlich nichts ändere.

Außerdem, so der BPI weiter, müssten die Apotheker ja die Einkaufsgewinne, die sie mit der jetzt beim Großhandel georderten Ware ab 2012 erzielen, "auch nicht abführen".

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