Pharma-Gerüchteküche

Bandelt AstraZeneca mit Gilead an?

Passen würde es: AstraZeneca soll sich für Gilead interessieren. Die Kalifornier sind informierten Kreisen zufolge jedoch nicht heiß auf eine Fusion mit einem größeren Partner.

Veröffentlicht: 08.06.2020, 13:05 Uhr
Bandelt AstraZeneca mit Gilead an?

Fusion voraus? AstraZeneca würde wohl gern Gilead übernehmen.

© Jeanette Dietl/stock.adobe.com

New York. Bahnt sich in der Pharmabranche eine neue Megafusion an? Laut einem Bericht des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg vom Sonntag, lotet der britisch-schwedische AstraZeneca-Konzern eine Übernahme der kalifornischen Biotechcompany Gilead aus. Unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise heißt es, AstraZeneca sei im Mai informell an Gilead mit dem Wunsch herangetreten, einen Zusammenschluss beider Konzerne zu prüfen. Wie es weiter heißt, sei Gilead derzeit aber nicht an einem Zusammenschluss mit einem größeren Partner interessiert, sondern priorisiere vielmehr die Strategie, durch eigene Zukäufe zu wachsen.

Am Ende entscheidet vermutlich wie immer der Preis. Das Merger-Gerücht gab der Gilead-Aktie am Montag morgen dreieinhalb Prozent Auftrieb. Zum Zeitpunkt der Bloomberg-Meldung kamen die Kalifornier auf eine Börsenkapitalisierung von rund 96 Milliarden Dollar, AstraZeneca auf 140 Milliarden. Eine Bestätigung, dass Gespräche geführt würden, erfolgte von Unternehmensseite bisher ebensowenig wie ein Dementi.

Gilead investiert in Krebs

Gilead ist vor allem als Entwickler neuer HIV-Medikamente groß geworden sowie mit Polymerasehemmern gegen Hepatitis C. Aktueller Investitionsschwerpunkt ist die Onkologie. 2017 akquirierte Gilead für 12 Milliarden Dollar Kite Pharma und stieg damit in das Geschäft mit onkologischen Zelltherapien ein. Anfang April dieses Jahres wurde für fünf Milliarden Dollar die in San Francisco ansässige Forty Seven Incorporation übernommen, deren Anti-CD47-Antikörper Magrolimab als ein weiterer vielversprechender Kandidat zur Krebs-Immuntherapie gehandelt wird. Ende Mai kündigte Gilead eine zehnjährige, potenziell milliardenschwere F&E-Kooperation mit dem kalifornischen Biotech-Start-up Arcus Biosciences an, gleichfalls mit dem Ziel, neue Krebs-Immuntherapeutika zu entwickeln.

AstraZeneca hatte lange mit Gegenwind infolge abgelaufener Patente zu kämpfen. In der Krebsforschung gilt der Konzern gleichwohl als gut aufgestellt, wie jüngste Zulassungserfolge belegen – etwa der Parp-Inhibitor Olaparib oder der PD-L1-Antikörper Durvalumab.

Sowohl AstraZeneca als auch Gilead arbeiten zudem an Mitteln gegen Sars-CoV-2: Gilead vermarktet das Virostatikum Remdesivir, AstraZeneca hat Ende April einen Impfstoffkandidaten von der Universität Oxford einlizenziert. (cw)

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