Bankenverband

Banken haben sich wetterfest gemacht

Keine Angst vor Bankenpleiten: Die Eigenkapitalbasis der Geldhäuser ist laut Branchenverband trotz Rezession im Lot.

Veröffentlicht: 16.10.2020, 16:10 Uhr

Frankfurt/Main. Die privaten Banken in Deutschland sehen sich gerüstet für eine steigende Zahl von Firmenpleiten in der Corona-Pandemie.

„Wenn es in den kommenden Monaten zu einem Anstieg der Kreditausfälle kommt, ist dies keine Bedrohung für die Banken“, versichert der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, am Donnerstag.

Die deutschen Institute hätten sich wetterfest gemacht und ihr Eigenkapital in der Vergangenheit deutlich aufgestockt. Um sich auf steigende Kreditausfälle vorzubereiten, sei die Risikovorsorge erhöht worden. „Die Banken wissen, wo Kredite wackeln“.

„Stärkster Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg“

Die Deutsche Bundesbank bescheinigt dem deutschen Finanzsystem aktuell Stabilität in der Krise. Zugleich appelliert die nationale Notenbank an die Kreditinstitute, den Geldhahn auch bei sich häufenden Firmenpleiten offen zu lassen. Die privaten Banken erwarten dieses Jahr einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um rund vier Prozent.

„Da alle Regionen der Welt betroffen sind, wäre dies der stärkste Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg“, so Peters. 2021 soll die globale Wirtschaftsleistung demnach wieder um fünf Prozent wachsen.

Der Banken-Präsident fordert Entlastungen für die Branche. Kritik übte er am „Strafzins“ von derzeit 0,5 Prozent, den Geschäftsbanken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken.

30 Milliarden Euro Zinsen

Auch wenn es inzwischen höhere Freibeträge gibt, ist das eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche.

Die Institute im Euroraum haben Peters zufolge seit Juni 2014 gut 30 Milliarden Euro Zinsen an die Notenbank gezahlt. Aktuell sei die Belastung noch einmal gestiegen. Allein in diesem Jahr dürften es insgesamt rund 10,5 Milliarden Euro sein, rund 3,5 Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr.

Mit dem „Strafzins“ will die EZB erreichen, dass Banken das viele billige Geld, das die Notenbank ihnen zur Verfügung stellt, an Unternehmen und Verbraucher weiterreichen, damit es in Investitionen und Konsum fließt.

Peters forderte eine deutliche Anhebung der Freibeträge, um die Finanzinstitute schnell zu entlasten. Bei der laufenden Strategieüberprüfung der EZB sollten die Negativzinsen zudem sorgfältig überprüft werden. (dpa)

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