Milliarden-Deal

Bayer übernimmt OTC-Sparte von MSD

MSD verkauft seine Sparte mit rezeptfreien Arzneimitteln an Bayer. Gleichzeitig schließen beide Firmen eine Entwicklungs- und Vertriebsallianz über neue Wirkstoffe zur Gefäßerweiterung.

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LEVERKUSEN. Der Kauf des Consumer-Care-Geschäftes von Merck & Co. (in Europa: MSD) durch Bayer ist perfekt: 14,2 Milliarden Dollar (10,4 Milliarden Euro) zahlen die Leverkusener für die Sparte mit rezeptfreien Arzneimitteln und Körperpflegeprodukten.

Der Kaufpreis bedeute den 21-fachen Betriebsgewinn (EBITDA) den die Sparte zuletzt erzielte. Das teilte Bayer am Dienstag mit.

Durch den Kauf avanciert Bayer nach eigenen Angaben zum Marktführer unter den OTC-Anbietern in Nord- und Lateinamerika sowie weltweit zur Nummer Zwei. Pro Forma habe das kombinierte OTC-Geschäft von Bayer und Merck voriges Jahr 7,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Mercks Consumer-Care-Portfolio umfasst vor allem Atemwegspräparate, Dermatika, Sonnenschutz-Produkte, Erkältungsmittel, Produkte zur Fußgesundheit ("Dr. Scholl's?) sowie rezeptfreie Medikamente gegen Magen-Darm-Erkrankungen. 70 Prozent des Spartenumsatzes wird in den USA erzielt.

Vorauszahlung von einer Milliarde Dollar

Gleichzeitig vereinbarte Bayer mit dem US-Konzern - nach Umsatz weltweit der viertgrößte Arzneimittelhersteller - eine Kooperation zur Entwicklung und Vermarktung von Modulatoren der löslichen Guanylat-Zyklase (sGC).

Bayer hat mit dem sGC-Agonisten Riociguat (Adempas®) den ersten Vertreter dieser Wirkstoffklasse entwickelt und erfolgreich sowohl durch die europäische als auch die amerikanische Zulassung gebracht.

Erstindikation ist die Gefäßerweiterung bei Patienten mit inoperabler chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) oder pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH).

Im Zuge dieser Allianz erhält Bayer von Merck eine Vorauszahlung von einer Milliarde Dollar sowie umsatzabhängige Meilensteinzahlungen, die sich auf bis zu 1,1 Milliarden Dollar summieren können.

Neben der gemeinsamen Vermarktung von Riociguat umfasse die Kooperation dessen Entwicklung für weitere Indikationen. Ebenfalls eingeschlossen sei der Entwicklungskandidat Vericiguat, der sich aktuell in zwei klinischen Phase-IIb-Studien gegen chronische Herzinsuffizienz befinde.

Zudem gebe es die Option, dass weitere sGC-Modulatoren, derzeit noch in frühen Forschungs- oder Entwicklungsstadien, in die Kooperation aufgenommen werden, heißt es weiter. (cw)

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