Maßnahmenpaket

Bayern stellt Plan mit zwölf Punkten vor

Mit einer neuen Strategie sollen in Bayern junge Ärzte fürs Niederlassen begeistert werden.

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MÜNCHEN. Junge Ärzte früh aufs Land lotsen – das möchte die Politik in Bayern mit neuen und besser koordinierten Maßnahmen erreichen. Der "Runde Tisch Ärztenachwuchs", das Gesundheitsministerium und das Kultusministerium haben deshalb gemeinsam ein Strategiepapier beschlossen. Das sind die Eckpunkte:

  • Studienplätze: Durch die Einrichtung der Medizinischen Fakultät an der Uni Augsburg entstehen 250 neue Studienplätze. Schon 2012 beschloss das Kultusministerium 500 Zusatz-Plätze für Bayern, die zwischen 2018 bis 2020 belegt werden können. In Kooperation der Hochschulen Erlangen-Nürnberg und Bayreuth sollen weitere Studienplätze in Bayreuth entstehen. Details sind noch unklar.
  • Medizinstudium: Die Beschlüsse aus dem Masterplan 2020 sollen schnell umgesetzt werden.
  • Landarztquote: Bis zu fünf Prozent der Studienplätze sollen Abiturienten bekommen, die zusagen, nach der Weiterbildung für bis zu acht Jahre als Hausärzte in unterversorgten Regionen zu arbeiten.
  • Stipendien: Eine "Landarztquote light" hat Bayern schon. Im zweiten Studienabschnitt fördert das Gesundheitsministerium Studierende, die sich zu Land-Weiterbildung und mindestens fünf Jahren Landarzt-Tätigkeit verpflichten. Im Februar wurde der Betrag auf 600 Euro pro Monat verdoppelt. 128 Stipendien laufen derzeit.
  • Lehrstühle für Allgemeinmedizin: Lehrstühle gibt es an den zwei Münchner Hochschulen und der Uni Erlangen-Nürnberg. In Augsburg und Würzburg werden sie gerade eingerichtet. Ein Lehrstuhl ist auch in Regensburg geplant.
  • Famulaturen: Die Fördermaßnahmen von KVB ("FamuLAND"), des Ärzte-Netzwerks "LandArztMacher" (mit Geldern der AOK), BHÄV und TK sollen weitergeführt werden. Sie zahlen je 500 Euro an Land-Famulanten, die KVB bezuschusst zudem Fahrtkosten. Die "Landarztmacher" bieten freie Unterkunft und Freizeitprogramm.
  • Akademische Lehrkrankenhäuser: Die Hochschulen sollen mehr Lehrkrankenhäuser akkreditieren.
  • Weiterbildungsverbünde: Sie sollen finanzielle Förderung erhalten, Beginn und Höhe sind aber noch unbekannt.
  • Weiterbildungskonzepte: Das AkADemie-Konzept Dillingen der Kreisklinik St. Elisabeth, des Praxis-Netzes Pradix und der TU München wird ausgeweitet. Es soll ab dem Studium frühe Praxiskontakte und einen nahtlosen Übergang vom Praktischem Jahr in die Verbund-Weiterbildung ermöglichen. Die Technische Universität überträgt es nun auf Mühldorf und Eichstätt, die Universität Erlangen-Nürnberg auf die Region Nordbayern. Mit dabei: Das Gesundheitsministerium, die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin und die KVB. Nach einer Evaluation könnten weitere Regionen folgen.
  • Kommunen: Bürgermeister sollen zum Beispiel bei der Wohnungssuche helfen. Gemeinden sollen sich mehr vernetzen. Das beratende Kommunalbüro für ärztliche Versorgung am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wird ausgebaut.
  • Niederlassungsförderung: Das Gesundheitsministerium zahlt Ärzten, die sich in Orten mit bis zu 20.000 Einwohnern niederlassen, bis 60.000 Euro. Bisher gab es 411 Förderungen. Von KVB und Kassen gibt es Geld aus dem Strukturfonds, wenn laut Bedarfsplanung Ärztemangel herrscht. Ärzte erhalten bei Niederlassung 60.000 Euro (drohende Unterversorgung) oder 90.000 Euro (Unterversorgung). Bisher wurde in 17 Bereichen Unterversorgung verhindert oder beendet.
  • Innovative Medizinische Versorgungskonzepte: Geld erhalten Vorhaben, die Lösungen für eine bessere Versorgung bieten. Die Summe wurde zuletzt auf eine halbe Million Euro erhöht, bisher gab es 15 Förderungen. (cmb)
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