Hessens kommunale Krankenhäuser

Besorgt über die Klage der Privatkliniken

Veröffentlicht:

HOFHEIM/TAUNUS. Die hessischen Kliniken in öffentlicher Trägerschaft sind besorgt über eine Wettbewerbsklage der Privatkliniken vor dem Landgericht Tübingen.

Ein Erfolg der Privaten vor dem Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg könnte gravierende Auswirkungen auch für die Krankenhauslandschaft in Hessen haben, insbesondere für den öffentlichen Raum, warnte der Klinikverbund Hessen am Dienstag in Hofheim am Taunus.

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) hatte beim Landgericht Tübingen Klage gegen den Landkreis Calw eingereicht. Sie richtet sich gegen einen Beschluss des Landkreistags, bis 2016 das Defizit der Kreiskliniken Calw GmbH auszugleichen - 2012 immerhin sechs Millionen Euro.

Nach Überzeugung der Privatkliniken ist dies eine Subvention, die bei der EU-Kommission hätte angezeigt und genehmigt werden müssen. Ungenehmigte Zahlungen verstießen gegen europäisches Beihilferecht.

Werden öffentliche Träger massiv geschwächt?

Ende Juli hatte sich schon der Interessenverband Kommunaler Krankenhäuser in Deutschland (IVKK) besorgt über den Vorstoß der Privatkliniken geäußert.

"Über den Umweg des EU-Rechtes versucht der BDPK, die Krankenhäuser öffentlicher Träger massiv zu schwächen", warnte nun auch Arist Hartjes, Geschäftsführer der Klinikverbund Hessen GmbH, ein Zusammenschluss von 33 hessischen Akut- und Rehabilitationskliniken in öffentlicher Trägerschaft.

Könnten Kommunen ihre Kliniken nicht mehr unterstützen, seien insbesondere in ländlichen Regionen Einschränkungen in der medizinischen Versorgung zu befürchten.

Hartjes appellierte daher an die Landesregierung und die Parteien, "den Kliniken in öffentlicher Trägerschaft den Rücken zu stärken und sich für den Erhalt der Trägervielfalt und einer hochwertigen wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung einzusetzen". (mwo)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue Empfehlung

Zwei Biomarker werden bei Asthma zum Standard

Praxisverkauf

Verkauf geplant? So steigern Sie den Wert Ihrer Praxis

SHIP-Studie

Risikoadaptiert auf Prostatakrebs screenen – geht das?

Lesetipps
Eine Ärztin zeigt einer Patientin eine Kanüle.

© Angelov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Vierte Säule

Diese Impfungen sind wichtig für die kardiovaskuläre Prävention