Bilanz 2020

BioNTech rechnet mit zehn Milliarden Euro

BioNTechs Impfstofferfolg beginnt sich auszuzahlen: Fast zehn Milliarden Euro erwartet das Start-up 2021 aus Produktverkäufen und Lizenzzahlungen. Die Produktionskapazitäten liegen mittlerweile weit über dem ursprünglichen Plan.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht:
mRNA-Produktion bei BioNTech in Marburg.

mRNA-Produktion bei BioNTech in Marburg.

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Mainz. Kein deutsches Pharmaunternehmen und erste recht kein Start-up hat 2020 soviel von sich Reden gemacht wie die Mainzer BioNTech, die zusammen mit ihrem US-Partner Pfizer als erste über die Ziellinie der Zulassung eines mRNA-Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 (Comirnaty®) gingen. Operativ wird sich dieser Erfolg vor allem im laufenden Geschäftsjahr auszahlen: 9,8 Milliarden Euro Gesamteinnahmen werden aus Produktverkäufen und Lizenzen für Comirnaty® in 2021 erwartet, wie das Unternehmen anlässlich der Vorlage seiner Bilanz 2020 am Dienstag verkündete.

Im Vorjahr hatte BioNTech mit seinem Impfstoff rund 300 Millionen Euro umgesetzt. Zuzüglich Einnahmen aus F&E-Kooperationen resultierten daraus 482,3 Millionen Euro Umsatz (2019: 108,6 Mio.). Bei anhaltend hohem operativem Verlust blieben nach Steuern 15,2 Millionen Euro in der Kasse (2019: -179,2 Mio.).

Wir werden unsere Anstregungen gegen COVID-19 mit neuen Formulierungen, Impfstoff-Varianten und Studien in Sub-Populationen fortsetzen.

Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender BioNTech

Wie das Unternehmen weiterhin mitteilte, sind die Produktionskapazitäten für die mRNA-Vakzine inzwischen auf 2,5 Milliarden Dosen allein für dieses Jahr angewachsen. Das sei unter anderem auf optimierte Fertigungsprozesse und die Inbetriebnahme des Marburger Werks zurückzuführen, aber auch auf die behördliche Erlaubnis zur Entnahme einer sechsten Dosis pro Vial. Zur Erinnerung: Anfang Dezember hatten Pfizer und BioNTech als Produktionsziel für dieses Jahr erst von rund einer Milliarde Dosen gesprochen. Bis Mitte März seien weltweit bereits mehr als 200 Millionen Dosen ausgeliefert worden, Bestellungen über weitere 1,4 Milliarden Dosen seien bereits unterzeichnet.

Neben dem ehrgeizigen klinischen Projektportfolio mit derzeit 13 Studien unter anderem zur Krebsimmuntherapie soll auch der COVID-Impfstoff noch weiter geprüft werden. Wie CEO Ugur Sahin ankündigte, würden voraussichtlich im 2. Quartal Daten zur Wirksamkeit bei Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren eingereicht. Darüber hinaus sei mit Wirksamkeitsdaten bei Kindern zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 11. Lebensjahr zu rechnen. Unmittelbar vor dem Start stehe außerdem eine Studie zur Effektivität einer 3. Impfstoff-Dosis sechs bis 12 Monate nach Gabe der heute üblichen 2. Dosis. Dabei werde insbesondere auch auf die Wirksamkeit gegen Mutanten validiert. Weitere Prüfungen sollen mit immunsupprimierten Probanden erfolgen.

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