Kommentar zum Mitarbeiterschutz

Bleiben Sie gesund! Sie werden gebraucht!

Die meisten Kliniken und Pflegeeinrichtungen scheinen ihre Hausaufgaben in Sachen Mitarbeiterschutz gemacht zu haben. Trotzdem kommt es gerade jetzt auf die Disziplin jedes Arztes und jeder Pflegekraft an.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Tag für Tag schauen in diesen Wochen sicherlich nicht nur Gesundheitsexperten mit Spannung auf die neuesten SARS-CoV-2-Infektionszahlen des Robert Koch-Instituts, die sich in den vergangenen Wochen exponentiell entwickelt haben. Die zunehmende Ausbreitung des Virus erhöht nicht nur das Ansteckungsrisiko für jedermann, sondern auch die Krankheitslast. Sie ist inzwischen höher als in der ersten Pandemiewelle im Frühjahr und führt dazu, dass Krankenhäuser insbesondere der Maximalversorgung wieder in den Krisenmodus umschalten müssen: dieVerschiebung elektiver Eingriffe, um Kapazitäten auf den Intensivstationen freizuhalten.

Das heißt: Jede Arbeitskraft, jeder Arzt und jeder Intensivpfleger, wird derzeit dringend benötigt. An ihrer Gesundheitserhaltung besteht dringendes Interesse, um die Versorgung sicherzustellen. Die gute Nachricht war bislang, wie aus den jüngsten Daten der Berufsgenossenschaft für das Gesundheitswesen und die Wohlfahrtspflege hervorgeht, dass die meisten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seit dem Frühjahr den Umgang mit berufsspezifischen Infektionsrisiken gelernt haben. Erkenntniszuwächse, beispielsweise über den tatsächlichen protektiven Effekt verschiedener Schutzmaskentypen, und Schulungen zu Hygiene und Schutzvorkehrungen haben den Arbeitsplatz Krankenhaus und Pflege sicherer gemacht, wie sich an der Zahl der Neuinfektionen bei Gesundheitsberufen im Herbst erkennen lässt.

Aber Ärzte und Pflegekräfte sind irgendwann auch Privatmenschen mit sozialen Kontakten außerhalb des strikt sicherheitsgeregelten Arbeitsplatzes. Und gerade der Privatbereich und daraus resultierende zu enge soziale Kontakte scheinen ein Risiko für Gesundheitsberufe zu sein. Das erfordert, die berufliche Verantwortung und Disziplin – so schwer dies im Alltagsleben sein mag – in die Freizeit mitzunehmen.

Menschliche Fähigkeiten und Fertigkeiten auf Intensivstationen lassen sich nicht ersetzen. Die Umlagerung eines schwer erkrankten beatmeten COVID-19-Patienten erfordert eineinhalb Stunden und fünf bis sechs Ärzte und Pfleger. Das ist ein feststehendes Gesetz, das nicht durch Geld und Maschinen verändert werden kann. Wie gut wir durch diese zweite Welle der Pandemie, deren Krankheitslast noch lange nicht den Höhepunkt erreicht hat, kommen, hängt jetzt auch entscheidend von der Gesundheit der Menschen im Gesundheitswesen ab.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

Lesen Sie dazu auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Lesetipps
Ein Läufer, der sein Knie mit blauem Tape versorgt hat.

© baranq - stock.adobe.com

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?