Bilanz

Börsengang beflügelt Siemens Healthineers

Siemens Healthineers zeigt sich mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Bei den bildgebenden Verfahren zum Beispiel wachse der Börsenneuling doppelt so schnell wie andere Marktteilnehmer, hieß es bei der Bilanz-PK.

Von Anke ThomasAnke Thomas Veröffentlicht:
Bernd Montag, CEO Siemens Healthineers AG, zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen im  Jahre 2018.

Bernd Montag, CEO Siemens Healthineers AG, zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen im  Jahre 2018.

© Siemens Healthineers

FRANKFURT/MAIN. Über die Hälfte aller Computertomografen (CT), die in die USA verkauft wurden, stammten im letzten Jahr von Siemens.

Bernd Montag, Chef von Siemens Healthineers, unterstrich die starke Marktstellung seines Unternehmens und stellte am Montag auf einer Pressekonferenz die Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2017/18 (30. September) und das vierte Quartal vor.

Nach seinem Börsengang im März habe das Unternehmen viele Meilensteine erreicht. Im Juni sei Siemens Healthineers beispielsweise in den TecDax aufgenommen worden, seit September in den MDax.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien alle Ziele erreicht worden, so Montag weiter. Der Umsatz wuchs um vier Prozent auf vergleichbarer Basis.

Trotz negativer Währungseffekte sei eine bereinigte Ergebnismarge von 17,2 Prozent erreicht worden. Der Jahresumsatz betrug demnach 13,4 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis lag bei 2,3 Milliarden Euro.

In allen Segmenten gewachsen

Siemens Healthineers: Zahlen 2018

  • Jahresumsatz: 13,4 Mrd. Euro (+ 4 Prozent "in vergleichbaren Zahlen")
  • Ergebnis, bereinigt: 2,3 Mrd. Euro
  • Vorgeschlagene Dividende je Aktie 70 Cent
  • Mitarbeiter weltweit: 50.000 (2017: 48.400), davon 13.000 (2017: 12.500) in Deutschland.

Insgesamt setzt das Unternehmen darauf, mit innovativer Technik die Prävention, die Diagnostik, die Therapie und die Nachsorge schneller und effizienter zu machen. "Zwei Drittel unseres Umsatzes generieren wir mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre alt sind", unterstrich Montag.

Den Erfolg des Unternehmens sieht Montag unter anderem darin begründet, dass Siemens Healthineers nötige Daten zur Verfügung stehen, finanzieller Spielraum vorhanden ist und das Unternehmen mit führenden Institutionen zusammenarbeitet, um passgenaue Lösungen entwickeln und anbieten zu können.

In allen drei Segmenten: Imaging, Diagnostics und Advanced Therapies hat Siemens Healthineers zulegen können. Im größten Segment Imaging kletterte der Umsatz im vierten Quartal um sechs Prozent auf 2,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal (auf vergleichbarer Basis).

Das Wachstum sei dabei gleichermaßen vom Service- als auch vom Neugerätegeschäft getragen worden. Signifikante Zuwächse habe es bei Ultraschallsystemen, Computertomografen und Röntgenprodukten gegeben, erläuterte Montag. Das bereinigte Ergebnis in diesem Segment stieg auf 486 Millionen Euro.

Für das neue Geschäftsjahr wurden nach Angaben Montags bereits einige Großaufträge gewonnen. Dazu gehört zum Beispiel ein Auftrag an Diagnostics über die Auslieferung von über 70 Atellica Solution Analysesysteme an Primary Health Care, den zweitgrößten Laborbetreiber in Australien. Um zu verdeutlichen, welche Vorteile dieses System bietet, nennt Montag das Beispiel eines Herzinfarktpatienten.

Bei einer Schädigung des Herzmuskels ist die Konzentration von Troponin im Blut deutlich erhöht. Bei dem Verdacht auf einen Infarkt priorisiert das System diagnosebezogen automatisch die Probe und zeigt innerhalb von acht Minuten den Troponin-Gehalt des Blutes an.

Im Korea habe das Unternehmen ebenfalls einen großen Auftrag erhalten, bei dem es sowohl um eine ganze Bandbreite zum Auf- und Ausbau von bildgebenden Systemen geht, als auch um den Aufbau eines Zentrums zur Entwicklung von Lösungen mithilfe Künstlicher Intelligenz.

Mit dem Klinikum Braunschweig wurde ein umfassender Vertrag zur Workflow-Optimierung in der Radiologie, Kardiologie und Notaufnahme abgeschlossen. In Partnerschaft mit der Medical University of South Carolina arbeitet das Unternehmen daran, die Schlaganfallversorgung zu verbessern.

Das Ziel: Die "Door-to-Needle" Zeit soll auf unter 20 Minuten verkürzt werden, damit Schlaganfall-Patienten möglichst schnell identifiziert und optimal versorgt werden können.

KI soll Radiologen helfen

Auf dem RSNA (Radiological Society of North-Amerika)-Kongress im November in Chicago will Siemens Healthineers eine neue, KI-gestützte Visualisierungstechnik für Radiologen vorstellen.

Das System soll Radiologen unterstützen, die sich bei einer Thorax-Aufnahme in erster Linie zum Beispiel auf die Suche nach dem Tumor oder Metastasen begeben.

Die KI-Technik nimmt dabei auch andere Organe ins Visier, um etwa auf eine unentdeckte Stenose aufmerksam zu machen.

Mit seiner Pipeline blickt Siemens Healthineers positiv in das Geschäftsjahr 2019. Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Umsatzwachstum zwischen vier und fünf Prozent erwartet. Für das Ergebnis je Aktie wird ein Anstieg von 20 bis 30 Prozent gegenüber 2018 prognostiziert.

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