E-Health

Bundesagentur für Digitalisierte Medizin?

Um die Interoperabilität bei der Digitalisierung der medizinischen Forschung und Versorgung zu gewährleisten, fordert die Branche eine zentrale Aufsicht.

Veröffentlicht: 24.09.2018, 10:45 Uhr

BERLIN. Die Digitalisierung birgt im Gesundheitsbereich große Chancen für die Prävention, Diagnose und Heilung von Krankheiten. Allein es fehlt weiterhin an Geschwindigkeit und einer Gesamtstrategie, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen nach vorne zu bringen, mahnt der Digitalverband Bitkom. Zwar sei mit dem E-Health-Gesetz ein wichtiger Grundstein für die Digitalisierung gelegt worden. Um elektronische Patientenakten und die darauf aufbauenden E-Health-Anwendungen für die Versicherten und auch die Forschung im Interesse der Patienten schnell zur Verfügung stellen zu können, mangelt es an einer strengen Aufsicht.

Das schlägt Bitkom gemeinsam mit dem Spitzenverband IT-Standards im Gesundheitswesen (SITiG) die Einrichtung einer übergreifenden Bundesagentur für Digitalisierte Medizin vor. "Die bestehenden Verfahren sind nicht ausreichend, etwa um Rahmenbedingungen für Interoperabilität und Datensicherheit zu schaffen", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Und ergänzt: "Eine Bundesagentur für Digitalisierte Medizin kann Rahmenbedingungen für technische und semantische Interoperabilität und zur Umsetzung von Datenschutz- und Datensicherheitsvorgaben schaffen".

Auf Basis einer von der Bundesregierung noch vorzulegenden E-Health-Strategie könnte eine Bundesagentur ressortübergreifend arbeiten und alle relevanten Akteure einbinden, heißt es. "Durch eine zügige Umsetzung kann die Bundesagentur für Digitalisierte Medizin zum Katalysator der Digitalisierung im Gesundheitswesen werden", konstatiert die SITiG-Vorsitzende Professor Sylvia Thun.

Nur so habe Deutschland eine Chance zu seinen europäischen Nachbarländern und anderen Vorreiternationen aufzuschließen, die Zukunft der Gesundheitsversorgung und der medizinischen Forschung in Europa aktiv mitzugestalten und zum Technologie- und Forschungsstandort Nummer Eins zu werden. "Im Interesse des Fortschritts einer notwendigen Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen bieten die Unterzeichner ihre Unterstützung für die Umsetzung an", so Thun. (maw)

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