Fehlerhafte Prothesen

Chirurg muss vor das Landgericht

Vorteilsannahme, Bestechlichkeit und Bestechung sowie Körperverletzung lauten die Anklagepunkte gegen einen 55-jährigen Klinikarzt.

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Leer/Aurich. Der ehemalige Leiter der Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum in Leer (Ostfriesland) muss sich im Skandal um defekte Bandscheibenprothesen vor Gericht verantworten. Das berichtet unter anderem die „Neue Osnabrücker Zeitung“.

Demnach hat das Landgericht Aurich das Verfahren gegen den 55 Jahre alten Mediziner wegen des Vorwurfs der Vorteilsannahme in 46 Fällen, wegen Bestechlichkeit in 28 Fällen sowie Bestechung in 15 Fällen eröffnet. Laut Landgericht soll der Prozess am 5. November beginnen.

Gegenstand des Verfahrens sind zwei Anklagen der Zentralstelle für Korruptionsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Auch wegen Körperverletzung soll der Chirurg belangt werden. Dem Angeklagten werde unter anderem zur Last gelegt, zwischen 2011 und 2015 als Leiter der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie unter Verletzung von Dienstpflichten eine Entwicklungs- und Provisionsvereinbarung mit einer Vertriebsgesellschaft für Medizinprodukte über deren Wirbelsäulenimplantate abgeschlossen zu haben. Dabei soll es um Zahlungen in sechsstelliger Höhe gegangen sein.

Viele Bandscheibenprothesen hatten sich in der Vergangenheit als fehlerhaft erwiesen und waren in den Wirbelsäulen von Patienten zerbröselt. Der Arzt wurde darauf wegen Körperverletzung in 59 Fällen angeklagt.

Der Prozess um diesen Komplex sollte eigentlich Ende 2018 vor dem Amtsgericht Leer beginnen, wurde aber nach einem Befangenheitsantrag gegen den Richter verschoben.(eb)

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