E-Health

Compliance als Treiber digitaler Angebote

Das Smartphone entwickelt sich zum digitalen Lotsen für Patienten. Davon sind zumindest die Krankenversicherer überzeugt, wie sich auf dem Kongress Vernetzte Gesundheit zeigte.

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KIEL. Gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherer setzen zunehmend auf digitale Angebote, mit denen ihre Versicherten ärztliche Behandlungen begleiten und ergänzen können.

Dies wurde auf dem Kongress Vernetzte Gesundheit in Kiel deutlich, wo Versicherungen ihre digitalen Angebote präsentierten.

Zugleich sehen die Versicherungen in der steigenden Zahl der Entwicklungen das Problem für die Nutzer, passende Angebote zu finden.

Klaus Rupp von der Techniker Krankenkasse (TK) sprach von einem "unübersichtlichen Markt". Seine Kasse hat deshalb eine Checkliste entwickelt, an der sich Versicherte orientieren können.

Online-Coaches beliebt

Insbesondere Online-Coaches erfreuen sich bei den Versicherten der TK großer Beliebtheit. Rund 400.000 Versicherte nutzen diese Angebote, um sich etwa über Ernährung oder Bewegung zu informieren und um sich anleiten zu lassen.

"Da wird die analoge Kurswelt immer mehr ersetzt", sagte Rupp. Damit entwickeln sich Smartphones zu "digitalen Lotsen", die nach seiner Einschätzung auch die Compliance verbessern können.

Ob sich digitale Angebote in der realen Versorgungswelt durchsetzen werden, ist nach seiner Einschätzung auch von den Ärzten abhängig, die solche Angebote empfehlen und Ergebnisse in die Sprechstunde integrieren könnten.

Eine wesentliche Hürde sieht Thomas Wortmann von der Barmer GEK unter anderem noch in den Vergütungsregeln, die die Einbeziehung digitaler Angebote nur unzureichend abbilden.

Vorteile der digitalen Angebote

Er sprach sich dafür aus, die Chancen der Digitalisierung stärker als bislang zu nutzen, um die Vernetzung zwischen den Akteuren voranzutreiben. Als treibende Kraft sieht er den Patientennutzen. Viele Apps der Krankenkassen basieren auf Kooperationen mit Krankenhäusern.

Vorteile der digitalen Angebote sind nach Ansicht von Dr. Tom Albert von der Axa Krankenversicherung der niedrigschwellige und anonyme Zugang, die uneingeschränkte Verfügbarkeit und die Unabhängigkeit von Zeit und Ort.

Klar ist für ihn aber, dass digitale Angebote nur zur Begleitung oder zur Überbrückung etwa von Wartezeiten dienen können - nicht aber als Ersatz für den Arztbesuch.

Der Grund für das breite kassen- und versicherungsseitige Angebot ist aber nicht nur die Versorgungssteuerung, wie Pramono Supantia von der AOK Nordost einräumte - es gehe auch um die Positionierung im Wettbewerb. (di)

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