Mittels Software

Corona-Übertragungswege an Krankenhäusern aufspüren

Die Göttinger Universitätsmedizin hat eine Software entwickelt, die Übertragungswege von Infektionsketten aufspürt.

Veröffentlicht:

Göttingen. Ein computerbasiertes Frühwarnsystem soll dabei helfen, frühzeitig SARS-CoV-2-Infektionen in Krankenhäusern zu erkennen und mögliche Übertragungswege aufzuspüren.

Die neue Software „SmICS“ (Smart Infection Control System), die von Forschern der Göttinger Universitätsmedizin (UMG) mitentwickelt wurde, ist seit Mitte Mai im Rahmen einer Pilotstudie an drei Uni-Kliniken im Einsatz.

Zu ihnen gehören neben der Universitätsklinik Göttingen auch die Medizinische Hochschule Hannover und die Berliner Charité. Die Software stehe aber auch allen anderen Universitätskliniken zur Verfügung, teilte die UMG mit.

Erkennung von Infektionsclustern als Ziel

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie spiele eine möglichst frühzeitige Verhinderung von Infektionen in Krankenhäusern, anderen Gesundheitseinrichtungen und Seniorenheimen eine zentrale Rolle, sagt die Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologe an der UMG und klinische Leiterin des Projekts, Professor Simone Scheithauer.

Bislang gebe es jedoch bei der Erkennung von möglichen Infektionsclustern und Ausbrüchen das Problem, dass oft zwar zahlreiche Informationen verfügbar seien. Diese seien aber in unterschiedlichen IT-Systemen gespeichert und nicht miteinander verknüpft.

Verknüpfung vorhandener Daten

Genau hier setzt die neue Software an: „Mit SmICS vereinen wir Patienten-, Erreger- und Bewegungsdaten miteinander und stellen sie als Prozesse dar“, erläutert Scheithauer. Das System verknüpft nicht nur mikrobiologische oder virologische Befunde aus unterschiedlichen Laborinformationssystemen, sondern berücksichtigt auch die verschiedenen Aufenthaltsorte von Patienten in der Klinik.

Diese Informationen werden im medizinischen Datenintegrationszentrum der UMG strukturiert abgelegt, auch epidemiologische Kurven und tagesaktuelle Fallzahlen werden analysiert und visualisiert.

Die Software wurde von dem an der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligten Konsortiums „HiGHmed“ entwickelt. In dem Konsortium arbeiten Experten für Infektionsprävention und Infektiologie und für Medizininformatik der Gründungsstandorte Göttingen, Hannover und Heidelberg mit dem Robert Koch-Institut, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sowie Visualisierungsexperten der TU Darmstadt zusammen. (pid)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

GKV-Finanzkommission

Spekulationen um Abschaffung des Pflegebudgets sorgen für Unruhe

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Influenza-Saison 2026/27

Bestellung von Grippe-Impfstoffen: jetzt!

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Eine Frau mit drei Tabletten und einem Glas Wasser in der Hand.

© Hazal / stock.adobe.com

Umfrage

Nach Antidepressiva-Stopp: Fast die Hälfte mit deutlichen Symptomen

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen