Neuer Hausarzt-EBM

Das Grundgerüst steht

Der Einstieg in den neuen Hausarzt-EBM ist beschlossene Sache. Das Grundgerüst steht, am 1. Oktober soll er kommen. Hausärzte werden dann in typisch und atypisch getrennt. Was sie im Detail abrechnen dürfen, soll jetzt eine Sonder-VV entscheiden.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Das Gerüst steht: Jetzt müssen die feinen Gewerke Hand anlegen am Gebäude Hausarzt-EBM.

Das Gerüst steht: Jetzt müssen die feinen Gewerke Hand anlegen am Gebäude Hausarzt-EBM.

© chromorange / imago

NEU-ISENBURG. Die Aufteilung hausärztlicher Tätigkeit in Leistungen des typischen und des atypischen hausärztlichen Versorgungsbereichs kommt zum 1. Oktober.

Darauf haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen im Bewertungsausschuss am 31. Mai geeinigt. Das hat die "Ärzte Zeitung" aus für gewöhnlich gut informierten Quellen erfahren.

Demnach sollen die Fixkosten von Hausärzten, wie im Konzept der KBV vorgesehen, ab dem vierten Quartal 2013 über eine Grundpauschale für jeden hausärztlich betreuten Patienten abgedeckt werden.

Werden spezielle, für den hausärztlichen Versorgungsbereich atypische Leistungen erbracht, wird diese Pauschale in diesen Fällen nicht gewährt. Der Katalog der Leistungen, welche eine Vergütung der Pauschale ausschließen, ist noch nicht endgültig festgelegt.

Dem Vernehmen nach sollen Akupunkturbehandlungen, spezielle phlebologische Leistungen, psychotherapeutische Behandlungen und spezialisierte Behandlungen bei Diabetikern dazu gehören.

Offen ist noch, ob der Chronikerzuschlag (EBM-Nr. 03212) nur bei Erbringung von hausarzt-typischen Leistungen vergütet werden soll, bei der Erbringung atypischer Leistungen also entfält.

Das Konzept der KBV sieht das vor, aber nach Informationen der "Ärzte Zeitung" gibt es noch keinen Beschluss zum Chroniker-Zuschlag.

Beschlüsse müssen bis Ende Juni stehen

Die Vergütung des Chronikerzuschlags soll unter Neufassung der Leistungslegende gestaffelt werden, abhängig von der Zahl der Arzt-Patienten-Kontakte. Die KBV will die Höhe des Zuschlags an die Anzahl der chronischen Erkrankungen eines Patienten koppeln.

Im Bewertungsausschuss hat man sich offenbar eher dahin gehend verständigt, die Pauschale so zu gestalten, dass eine leitliniengerechte Therapie gefördert wird.

Die Versichertenpauschalen werden in Zukunft auf fünf Altersklassen erweitert, statt bisher drei. Das KBV-Konzept sah zunächst sechs Altersklassen vor. Die Versichertenpauschalen dürften in Zukunft deutlich geringer bewertet sein, da außer der Grundpauschale auch eine Gesprächsleistung als Einzelleistung ausgegliedert werden soll.

Weitere Einzelleistungen - etwa EKG oder die Mitbetreuung bei onkologischen Erkrankungen - werden zunächst nicht aus der Pauschale herausgenommen.

Je zwei neue Leistungspositionen soll es für die geriatrische und die palliativmedizinische Versorgung geben, für Kinderärzte für die Versorgung von Kindern mit schweren Behinderungen oder chronischen Erkrankungen.

Weiter Änderungen, zum Beispiel eine Neukalkulation der hausärztlichen Leistungen, werden nach den Informationen auf den 1. Juli 2014 verschoben. Bestätigt hat die KBV, dass am 21. Juni dieses Jahres eine Sondervertreterversammlung zur Umsetzung der Beschlüsse des Bewertungsausschusses stattfinden wird.

Bis zum 30. Juni dieses Jahres müsste der Bewertungsausschuss dann die konkreten Leistungen und deren Bewertung beschließen.

EBM-Änderungen in Kürze

Grundpauschale zur Abdeckung der Fixkosten: wird automatisch bei Behandlungsfällen zugesetzt – nur bei hausarzttypischen Versorgungsleistungen

Versichertenpauschale in fünf Altersklassen: leicht abgewertet, Gesprächsleistung wird ausgegliedert

Neue Leistungspositionen in der geriatrischen und palliativmedizinischen Versorgung

Änderungen bei der Vergütung medizintechnischer Leistungen werden auf nächstes Jahr verschoben

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Menschen in der Börse gucken auf ihre Bildschirme.

© Seth Wenig/AP/dpa

Praxiswissen Geldanlage

Die Börsentrias: Geduld, Disziplin und Sparplan

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende