Onkologie

Data-Mining für personalisierte Therapie

Die molekulare Diagnostik in der Onkologie wird immer wichtiger im Versorgungsalltag. Entscheidend dabei ist eine Verknüpfung mit Wissensdatenbanken.

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BERLIN. Aggregiertes Wissen über Biomarker aus Datenquellen in der ganzen Welt bietet nach eigener Aussage das Unternehmen Molecular Health (MH) über seine Technologieplattform Dataome. Auf sie greift auch der MH Guide-Report, der Ärzten im onkologischen Klinikalltag hilft, eine auf der individuellen Tumorsequenz ihrer Patienten beruhende evidenzbasierte Therapieentscheidung zu treffen. Das Unternehmen war jetzt als eines von sieben Unternehmen unter 119 Bewerbern auf der Shortlist des 2. Digitalen Gesundheitspreises von Novartis Deutschland und Sandoz/Hexal (wir berichteten).

Wenn ein Krebspatient operiert oder biopsiert und die Daten analysiert seien, dann helfe MH Guide bei der Interpretation der Daten bis hin zu einer individuellen Therapieempfehlung durch speziell trainierte Ärzte. Dabei greife die Software auf die relevanten Studien zurück. „Damit ersparen sich Ärzte einen Monat Lesearbeit“, sagte Stephan Hettich am Rande der Preisverleihung im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Der MH Guide gebe eine molekular-basierte und präzise Unterstützung von klinischer Befundung und individueller Therapieempfehlung, indem er übersichtliche Informationen zu unwirksamer Medikation (Nichtansprechen), potenziell toxischen Nebenwirkungen und deren Vermeidung oder Reduktion sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Therapieergebnisse auflistet. Der Report sei transparent bis hin zu den genutzten Quellen.

MH Guide sei die erste Software-Lösung ihrer Art, die in der EU als Medizinprodukt (IVD) zugelassen und in Deutschland erstattungsfähig ist. Hier habe das Unternehmen bereits erste Selektivverträge abgeschlossen. Wo dies nicht der Fall sei, könnten die Patienten die Analyse selbst bezahlen. „Man sollte aber auch einen Einzelantrag nicht scheuen“, empfahl Hettich. (ger)

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