Reformagenda

Warken will die ambulante Versorgung stärken: „Wir arbeiten dran“

„Wir wollen eine flächendeckend gut ausgebaute ambulante Versorgung als Rückgrat unseres Systems“, sagt Gesundheitsministerin Warken beim SpiFa-Fachärztetag. Primärversorgung und Digitalisierung seien Hebel dafür – wenn auch keine einfachen.

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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bei einer Rede.

„Zugang zur fachärztlichen Versorgung neu organisieren“: Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beim SpiFa-Fachärztetag am Freitag in Berlin.

© SpiFa

Berlin. Bereitschaft zur Veränderung wird laut Bundesgesundheitsministerin Nina Warken entscheidend sein für den Erfolg anstehender Reformen. „Diese Offenheit brauchen wir bei allen Akteuren im Gesundheitswesen“, sagte die CDU-Politikerin beim SpiFa-Fachärztetag am Freitag.

Der Appell kommt nicht ganz zufällig. Am 30. März will die von Warken eingesetzte Finanzkommission für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Vorschläge zur kurzfristigen Stabilisierung der Kassenfinanzen vorlegen. Prognosen zufolge könnte bei den Kassen im Jahr 2027 ein Defizit in Höhe von zwölf bis 14 Milliarden Euro auflaufen.

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Warken betonte denn auch, die Entscheidungen, die jetzt anstünden, würden „allen etwas abverlangen“. Es sei aber keine Zeit mehr, sie aufzuschieben. Ziel der Koalition sei gleichwohl, die ambulante Versorgung zu stärken. „Wir wollen eine flächendeckend gut ausgebaute ambulante Versorgung als Rückgrat unseres Systems.“

„Zentrales Vorhaben für den ambulanten Bereich“

„Ganz wesentlich“ dafür sei der Aufbau eines Primärversorgungssystems. „Das ist unser zentrales Vorhaben in dieser Legislaturperiode für den ambulanten Bereich – und auch keine ganz einfache Aufgabe“, sagte Warken.

Schon jetzt sei klar, dass auch die Fachärztinnen und Fachärzte „in besonderem Maße“ von der Reform betroffen. „Wir müssen den Zugang zur fachärztlichen Versorgung grundlegend neu organisieren.“ Ein Hebel sei eine bessere Steuerung, damit Patientinnen und Patienten „zur richtigen Zeit am richtigen Ort optimal“ versorgt würden.

Noch seien viele Fragen zu klären, machte Warken deutlich. Fragen wie diese: Welche Leistungserbringer sollen eine primärversorgende Rolle übernehmen? Welche Ausnahmen soll es für den Direktzugang zum Facharzt geben? Welchen Beitrag können digitale Werkzeuge für Ärztinnen, Ärzte und Patienten leisten – und wie können Gesundheitsberufe in das System miteinbezogen werden.

Der Fachdialog dazu mit den einschlägigen Verbänden laufe, so Warken. „Sehr schnell“ merke man allerdings, dass es unterschiedliche Sichtweisen gebe. „Aber ich glaube, wir sind da auf gutem Weg.“ Bis zum Sommer wolle ihr Ministerium ein „Konzept“ zur Primärversorgung vorlegen.

Digitalisierung als wesentliches Element

Fest stehe, so Warken, dass Elemente wie die digitale Ersteinschätzung, die digitale Terminvergabe und die elektronische Überweisung in die Primärversorgung integriert werden sollten. „Wir brauchen auf jeden Fall eine Digitalisierung. Wir müssen sicherlich auch Ängste nehmen, aber sie wird ein zentrales Element sein.“

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Freilich liege der Teufel wie so oft im Detail. Chronisch kranke Menschen etwa sollten nicht erst eine Ersteinschätzungs-App in die Hand nehmen müssen, um die weitere Versorgung zu planen. „Deshalb braucht es da lebensnahe und praxistaugliche Lösungen.“

Die elektronische Patientenakte (ePA) sei auszubauen, so Warken. Die Akte müsse mehr sein als ein „Sammelsurium an Dokumenten“. Sie müsse auch für diejenigen einen Nutzen generieren, die nicht krank seien – etwa in Gestalt von Impferinnerungen oder Hinweisen auf überfällige Vorsorgetermine. Primärversorgung wie Digitalisierung seien keine Dinge, die von „heute auf morgen“ getan sind, so Warken. „Aber wir arbeiten dran.“ (hom)

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