Kommentar zur neuen Tabaksteuer

Dem Tod von der Schippe gesprungen?

Kommen E-Liquids beim Tabaksteuermodernisierungsgesetz doch noch besser davon, als bisher von der Branche und Ärzten befürchtet?

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

Götterdämmerung im Bundestags-Finanzausschuss: In einer öffentlichen Anhörung malen am Montag Vertreter der E-Dampf-Branche das drohende Aus ihrer Nische in Deutschland an die Wand – wenn, ja wenn das von Bundesfinanzminister Olaf Scholz eingetütete Tabaksteuermodernisierungsgesetz in seiner derzeitigen Entwurfsfassung das Parlament in zweiter und dritter Lesung passiert. Dann fiele erstmals in Deutschland „Tabaksteuer“ für die Liquids der Dampfer an – vier Euro je zehn Milligramm Nikotin. Umgerechnet in Zigaretten würde dann eine entsprechende Liquid-Portion brutto 56 Cent kosten, eine Selbstgedrehte aus Feinschnitt aber nur elf Cent, so die Lobby. Der E-Dampf wäre dann keine Rauchausstiegshilfe mehr, weil er zu teuer wäre, heißt es.

Die Warnung könnte bei den Abgeordneten angekommen sein. Offensichtlich spiegeln sie mit ihrem Nicht-Wissen über Tabak und Nikotin die Allgemeinbevölkerung wider – nur sind sie Teil der Gesetzgebung. So waren denn doch einige nach Aufklärung durch ärztliche Sachverständige erstaunt, dass Nikotin zwar abhängig macht, der Tod für Raucher aber in den Verbrennungsprodukten lauert. Also doch keine Steuern auf E-Dampf? Oder zumindest moderater? Die Abgeordneten deuteten Änderungswünsche an. Ist der E-Dampf damit dem Tod von der Schippe gesprungen?

Schreiben Sie dem Autor: matthias.wallenfels@springer.com

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Viele Menschen leiden nach einer SARS-CoV-2-Infektion an Fatigue. Eine Impfung scheint sich hier nicht noch zusätzlich negativ auszuwirken.

Corona-Studien-Splitter

Offenbar kein positiver Effekt von ASS bei COVID-19