Fachkräftemangel

Der Wille ist da, die Visa sind es nicht

Asklepios äußert Unmut über Visapraxis der deutschen Botschaft in Manila für Pflegefachkräfte.

Veröffentlicht: 27.06.2019, 09:01 Uhr

HAMBURG/BERLIN/MANILA. Um einem drohenden Engpass bei seinen Fachkräften vorzubeugen, hat der private Klinikbetreiber Asklepios in den vergangenen Monaten mehr als 500 gut ausgebildete und mehrjährig berufserfahrene Fachpflegekräfte auf den Philippinen speziell für den deutschen Klinikmarkt geschult. Die Fachkräfte säßen quasi auf gepackten Koffern, um ihre Stellen in Deutschland antreten zu können.

Nun stünden aber bürokratische Hürden im Weg. Laut Asklepios habe die deutsche Botschaft online angekündigt, dass die Visa-Wartezeiten ausgerechnet für Pflegefachkräfte von vier auf sechs Monate angehoben würden. „Offenbar gibt es immer noch keine Koordination zwischen dem Gesundheitsministerium und dem Auswärtigen Amt“, echauffiert sich Asklepios-Chef Kai Hankeln. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte Asklepios ebenfalls wegen Verzögerungen bei den Visa für angeworbene Pflegekräfte auf eine baldige Verbesserung der personellen und organisatorischen Situation in den deutschen Botschaften gedrängt.

Ironie der Geschichte: Erst Anfang Juni haben die Bundesminister Franziska Giffey (Familie), Hubertus Heil (Arbeit) und Jens Spahn (Gesundheit) den 180 Seiten starken Abschlussbericht der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) vorgelegt. Ausdrücklich wird dort, wie Asklepios betont, festgehalten, dass die Verwaltungsverfahren im In- und Ausland in Zusammenhang mit der Erteilung von Visa für Pflegekräfte aus dem Ausland effizienter, transparenter und zukunftsorientierter gehandhabt werden sollen.

„Wir sind uns ja bewusst, dass die geplanten Maßnahmen gemäß der KAP nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können. Dass sich aber die aktuellen Vorgaben für die Rekrutierung von Pflegekräften aus dem Ausland weiterhin verschlechtern und die Bundesregierung gleichzeitig Maßnahmen zur Verbesserung publiziert, ist geradezu absurd. Wir benötigen diese Pflegekräfte dringend, um die Patienten zu versorgen“, moniert Hankeln. (maw)

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