Umfrage

Deutsche werden bei ihrer Gesundheit immer digitaler

Laut einer aktuellen Studie hat die Corona-Pandemie der Digitalisierung im Gesundheitswesen einen kräftigen Boom beschert. Dem Staat attestiert die Befragung jedoch ordentlichen Nachholbedarf.

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Wie ist es um meine Fitness bestellt? Jeder zweite Bürger vermisst seine Bewegung mittels digitaler Helfer

Wie ist es um meine Fitness bestellt? Jeder zweite Bürger vermisst seine Bewegung mittels digitaler Helfer

© Maridav / stock.adobe.com

Berlin. Die Bevölkerung in Deutschland hat keine Berührungsängste mit der digitalen Medizin mehr. Das ist das Ergebnis der aktuellen EPatient Survey. Für die repräsentative Studie befragt die EPatient Analytics GmbH einmal jährlich 6000 Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Digitalverhalten im Gesundheitswesen. Laut Umfrage habe es vor allem während der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom bei Gesundheits-Apps und Online-Arztsprechstunden gegeben.

Im Jahr 2021 wurde die Corona-Warn-App innerhalb weniger Wochen von fast 50 Prozent der Bevölkerung heruntergeladen. „Eine Entwicklung mit einem Tempo, wie es sie nie zuvor im Gesundheitsbereich gegeben hat“, heißt es. Jeder Zweite misst seitdem seine Gesundheit mit Smartphone, App oder Smartwatch. Schon 17 Prozent organisierten ihre Medikamenteneinnahme mit dem Handy. Auch nach dem Abklingen der Pandemie hielten diese Trends fast unvermindert an.

Bürger sind weiter als der Staat

„Die Bürger sind bei der digitalen Nutzung von Gesundheitsangeboten weiter als die staatliche Gesundheitspolitik“, so Dr. Alexander Schachinger, Leiter der Befragung. „Deutschland hat im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dringenden Nachholbedarf. Es ist bisher nicht gelungen, eine nationale Strategie zu entwickeln, die sich zum Beispiel an den Erfahrungen von Großbritannien oder Dänemark orientiert.“ Vor allem das verschleppte Einführen einer einheitlichen IT-Infrastruktur für eine elektronische Patientenakte führe zu einem völlig fragmentierten Marktgeschehen.

Weiterhin hat die Umfrage folgende Ergebnisse gebracht:

  • Der digitale Impfpass steigerte seine Verbreitung innerhalb weniger Monate von 0 auf 50 Prozent
  • Die Verbreitung der Online-Arztsprechstunde steigerte sich von 0 auf 16 Prozent – und bleibt auch stabil nach der Pandemie
  • Jeder zwei vermisst Bewegung, Schlaf, Stress oder Schmerzen mit digitalen Helfern
  • 17 Prozent nutzen regelmäßig eine Medikamenten-App
  • 16 Prozent scannen mit dem Handy ihr Rezept zur Online-Bestellung ein
  • Ob Online-Diagnostik, Gesundheitskurse oder die Online-Arztsprechstunde: Jeder dritte zahlt diese Leistungen ohne Erstattung aus eigener Tasche. (kaha)
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