Direkt zum Inhaltsbereich

Schwerbehinderung

Diabetes verbessert nicht die Abi-Note

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat entschieden, dass auch Menschen mit Behinderung Leistungen zeigen müssen, wenn sie Medizin studieren möchten.

Veröffentlicht:
Diabetes: Auch bei einer Schwerbehinderung gibt es keine Nachsicht beim Abitur-Durchschnitt.

Diabetes: Auch bei einer Schwerbehinderung gibt es keine Nachsicht beim Abitur-Durchschnitt.

© Phototom / fotolia.com

STUTTGART (fl). Behinderte Schüler können nicht verlangen, dass wegen ihrer Behinderung ihr Abiturdurchschnitt angehoben wird.

Denn auch schwerbehinderte Gymnasiasten müssen die geforderte Leistung erbringen und können keinen generellen "Nachteilsausgleich" für ihre Behinderung in Form von besseren Noten einfordern, entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem Urteil.

Im konkreten Fall wollte eine an Diabetes erkrankte, schwerbehinderte Abiturientin Medizin studieren. Ihr Abiturdurchschnitt von 1,6 reichte jedoch nicht aus, um sofort einen Studienplatz zu erhalten.

Sie beantragte daher ein Schulgutachten, in dem aufgrund ihrer Schwerbehinderung ihr Notendurchschnitt verbessert werden soll.

Auf diese Weise könnten ihre behinderungsbedingten Nachteile ausgeglichen werden, so die Abiturientin. Mit dem Gutachten versprach sie sich bessere Chancen bei der Zuteilung auf einen Studienplatz.

Doch die Stuttgarter Richter stellten in ihrem Urteil klar, dass auch Schüler mit Behinderungen das geforderte Leistungsniveau erfüllen müssen. Zwar hätten behinderte Schüler Anspruch auf Hilfen, die die Nachteile der Behinderung ausgleichen.

Das Vorhandensein einer Behinderung lasse es aber nicht zu, den Bewertungsmaßstab bei den Schulnoten zu verändern, so das Verwaltungsgericht.

Es sei nicht zulässig, Beurteilungen fiktive Leistungen zugrundzulegen. Dies verstoße gegen den Grundsatz der Chancengleichheit.

Im schulischen Bereich gebe es als Nachteilsausgleich allerdings den "Notenschutz". Dieser beinhalte, dass das bisher erreichte Notenniveau erhalten bleibt, wenn es sich aktuell aufgrund der Behinderung verschlechtert hat.

Auch die Nichtwertung einzelner Noten sei dann möglich. Hier habe es bei der Klägerin jedoch keine fassbare Notenverschlechterung aufgrund der Behinderung gegeben. Die Schülerin sei immer gleich gut gewesen.

Az.: 12 K 2267/12

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ideen für den ärztlichen Ruhestand

Praxisabgabe – und dann?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Lesetipps
Ein Arzt verabreicht einem älteren Patienten in der Praxis eine Spritze.

© InsideCreativeHouse / stock.adobe.com

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Eine Illustration einer kompletten Lunge, die auf zwei Händen gehalten wird.

© Tahir/Generated with AI/stock.ad

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel