EBM & Co

Diese Neuerungen betreffen Praxen ab 1. Juli

Mitte Juni hat der Bewertungsausschuss noch kurzfristig EBM-Änderungen beschlossen, die zum Juli starten. Darunter auch zwei neue Ziffern zu medikamentösen Therapien.

Von Christoph WinnatChristoph Winnat Veröffentlicht:
Monats- und Quartalswechsel: Zum 1. Juli treten etliche Änderungen in Kraft, die auch die Abrechnungsmöglichkeiten in der Praxis erweitern.

Monats- und Quartalswechsel: Zum 1. Juli treten etliche Änderungen in Kraft, die auch die Abrechnungsmöglichkeiten in der Praxis erweitern.

© A. Korn/Fotolia

NEU-ISENBURG. Zum 1. Juli treten etliche honorarwirksame Neuerungen in Kraft – allen voran der leidige Online-Stammdatenabgleich, der jetzt scharf geschaltet wird.

  • Mehr als die Hälfte aller Praxen sind jüngsten Zahlen der gematik zufolge aktuell an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Wer die erforderlichen IT-Komponenten bis Ende März dieses Jahres bestellt hat, muss keine Sanktionen befürchten, falls die eigentliche Installation noch aussteht. Wer nicht fristgerecht bestellt hat und jetzt den Versichertenabgleich online nicht zu leisten in der Lage ist, wird rückwirkend zum 1. Januar pro Quartal ohne TI-Anschluss mit einem Prozent Honorarabzug bestraft.
  • Mit der Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung, die künftig allen gesetzlich und privat Versicherten ab dem 50. Lebensjahr zuteilwerden soll, ist zusätzliche ärztliche Beratung gefragt. Um dem Rechnung zu tragen, wurde die EBM-Ziffer 01740 („Beratung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms“) um 12 auf 115 Punkte aufgestockt.
  • Die psychotherapeutische Versorgung Versicherter, bei denen eine Intelligenzstörung (ICD-10 F70-F79) vorliegt, soll verbessert werden. Probatorische Sitzungen (EBM-Ziffer 35150) und psychotherapeutische Sprechstunden (35151) dürfen deshalb bei dieser Patientengruppe jetzt häufiger abgerechnet werden: probatorische Sitzungen bis zu sechsmal im Krankheitsfall, psychotherapeutische Sprechstunden bis zu zehnmal im Krankheitsfall.
  • Der GBA hat dem erweiterten Neugeborenenscreening eine 14. Untersuchung, auf schwere kombinierte Immundefekte, hinzugefügt. Infolgedessen wurde die EBM-Ziffer 01724 („Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings“) um den PCR-Test ergänzt und deren Bewertung von 147 auf 221 Punkte erhöht.
  • Eine neue EBM-Ziffer 01516 gilt ab Juli zur „Beobachtung und Betreuung eines Kranken“ bei der Gabe des Immunmodulators Fingolimod gegen MS. Die mit 1404 Punkten dotierte Leistung soll extrabudgetär vergütet werden. Die Beobachtung muss „mehr als sechs Stunden“ dauern. Die Ziffer kann bei der Ersteinstellung, bei einer Dosis-Umstellung sowie bei einer Therapiewiederaufnahme angesetzt werden.
  • Zur genotypischen HIV-Resistenztestung vor der Erstverordnung des neuen Virenhemmers Doravirin wurde die Ziffer 32818 in den EBM aufgenommen (260 Euro, extrabudgetär).
Mehr zum Thema

GMK-Beschluss

Gesundheitsminister wollen Corona-Impfungen in Apotheken

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kasuistik: Das deutliche Ansprechen in der Zweitlinie

© Prof. Dr. Jörg Trojan | Peter Holger Fotografie | Lilly Deutschland GmbH

Patientenfall

Kasuistik: Das deutliche Ansprechen in der Zweitlinie

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Zwischen Trend & Kausalität: Kaffee & Überleben

© Rawpixel | iStock.com

Kolorektales Karzinom

Zwischen Trend & Kausalität: Kaffee & Überleben

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Mit Grippeimpfung kennt sich der ein oder andere Apotheker schon aus. Nun soll die Branche nach dem Willen der Länder-Gesundheitsminister auch bei der COVID-Prävention mitmachen.

© David Inderlied / dpa / picture alliance

„Mehr als einen Piks“

Corona-Impfen in Apotheken ist hoch umstritten

Inwiefern sich die Omikron-Variante in Bezug auf die Wirksamkeit von Impfstoffen vom Wildtyp und anderen Varianten unterscheidet, ist noch unklar.

© [M] Pavlo Gonchar / ZUMAPRESS.com / picture alliance

Schutz vor Omikron-Variante

Virologen und Immunologen raten zu umfassenden Kontaktbeschränkungen

An welchen Markern im Blut lassen sich Patienten mit hohem Risiko für schwere COVID erkennen und rechtzeitig behandeln?

© Dan Race / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Menge an viraler RNA im Blut gibt Auskunft über Mortalitätsrisiko