Gesundheitskarte

E-Card: Meinungen prallen aufeinander

Veröffentlicht:
E-Card: Meinungen prallen aufeinander.

E-Card: Meinungen prallen aufeinander.

© Foto: DAK

HAMBURG/KIEL (di). Unterschiedlicher hätten die Bewertungen zur E-Card nicht sein können: Während Ärztevertreter in Hamburg weiter vor der Karte warnten, kam ein optimistischer Ausblick aus Kiel.

"Ängste und Irrationales werden sich verflüchtigen", zeigte sich Nordrheins KV-Chef Dr. Leonhard Hansen auf der eHealth Conference in Kiel zuversichtlich. Er sieht die E-Card an einem "point of no return": "Die Karte kommt."

Ganz andere Töne waren im Hamburger Ärztehaus zu hören. KV-Chef Dieter Bollmann warnte zusammen mit der Apothekerkammer, beiden zahnärztlichen Körperschaften sowie der Aktion "Stoppt die E-Card" vor deren Einführung. Grund: Noch immer sei die Gefahr nicht beseitigt, dass Patienteninformationen in falsche Hände gelangen.

"Wenn ein kranker Mensch damit rechnen muss, dass in Zukunft nicht nur sein Arzt oder Psychotherapeut über seine Beschwerden unterrichtet sein kann, sondern im ärgsten Fall auch der Nachbar oder der Arbeitgeber, wird er die für einen Behandlungserfolg notwendige Offenheit dem Arzt gegenüber nicht zeigen können", sagte Bollmann.

Sind die Patienten für oder gegen die E-Card?

Nach Ansicht von Allgemeinärztin Dr. Silke Lüder sind viele Menschen dagegen, dass ihre Krankheitsdaten außerhalb der "Arztpraxis ihres Vertrauens" gespeichert werden. Sie hält geänderte Zugriffsrechte auf die Daten durch eine einfache Gesetzesänderung in Deutschland für möglich und verwies auf 350 000 Unterschriften des Aktionsbündnisses gegen die E-Card.

Die Befürworter auf der Kieler Konferenz hingegen verwiesen auf Umfragen, wonach 70 Prozent der gesetzlich Versicherten die Einführung befürworten. "Es besteht allerdings weiterer Informationsbedarf", sagte die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung, Dr. Sibylle Angele.

Diesen sieht auch Schleswig-Holsteins Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann, der bei einer schrittweisen Einführung an die ärztlichen Forderungen an die neue Karte erinnerte - nachvollziehbar, Nutzen bringend und bedienerfreundlich. Um Ärzte von dem Projekt zu überzeugen, dürfe ihnen der Praxisalltag bei der Einführung nicht erschwert werden. Trotzdem werde es eine Gruppe von Ärzten geben, die grundsätzlich gegen die Karte sind.

Mehr zum Thema

Probleme in Praxen

Start der elektronischen AU frustriert viele Ärzte

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Impfausweis mit Comirnaty-Eintrag: Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

© Olga / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich