Digitale Verordnung

E-Rezept: Apotheken fordern von den Kassen ganzjährigen Retax-Verzicht

Retaxationen wegen fehlerhafter E-Rezepte? Bisher noch keine. Doch die Apotheker trauen dem Frieden nicht – und fordern von den Kassen eine Friedenspflicht.

Veröffentlicht:

Berlin. Der Deutsche Apothekerverband scheint mit dem Start des elektronischen Rezepts im Großen und Ganzen zufrieden. Dennoch fordert der DAV „Retaxfreiheit für E-Rezepte bis Ende 2024“. Seit Anfang Januar seien bundesweit bis dato rund 15 Millionen digitale Verordnungen ausgestellt worden, heißt es in einer Mitteilung am Dienstag.

Dabei sei „der Anteil der E-Rezepte, die auf dem Verordnungsweg oder im Abgabeprozess komplett hängenbleiben, minimal“, versichert Verbandsvize Anke Rüdinger. Ungeachtet dessen gebe es aber „trotzdem noch zu oft Schwierigkeiten, die die Arbeit der Apothekenteams erschweren und die Versorgung der Patientinnen und Patienten verlangsamen“.

Rüdinger berichtet von den gleichen Problemen, wie sie unlängst der DAV bereits bei der KBV angesprochen hatte – etwa Stapelsignatur am Ende des Tages oder Datenverarbeitungsfehler wegen frei eingetragener ärztlicher Berufsbezeichnungen. Von konkrete Retaxationen deswegen weiß Rüdinger zwar noch nichts zu berichten. Im Gegenteil: Zwei AOKen hätten nun ausdrücklich darauf darauf verzichtet, E-Rezepte wegen unkorrekter ärztlicher Berufsbezeichnung zurückzuweisen und den Apotheken dafür die Vergütung zu streich.

Doch die Befürchtung, dass sich andere Kassen weniger kulant verhalten, ist offenbar groß. Rüdinger: „Es darf nicht passieren, dass die ohnehin schon wirtschaftlich unter Druck stehenden Apotheken auf ihr Honorar verzichten müssen, weil die Arztpraxen bei der Implementierung des E-Rezept-Systems fehlerhafte Verordnungen ausstellen.“

Es wäre „sehr hilfreich“, so die DAV-Vizevorsitzende weiter, wenn nun „das gesamte Krankenkassenlager in der Startphase des E-Rezeptes gänzlich auf Retaxationen verzichtet“. Eine solche Friedenspflicht solle „mindestens bis Ende 2024 andauern und verlängert werden, wenn sich die Fehleranzahl bis zum Ende des Jahres nicht deutlich verringert hat.“ (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übersichtsarbeit

Lipödem: Welche Therapie am besten hilft

Prävention kardiometabolischer Risiken

Wie hochintensives Intervalltraining Herz und Lungen stärkt

Lesetipps
Illustration der Schilddrüse

© magicmine / Getty Images / iSt

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

Eine Ärztin fühlt an einem Tisch einen Zettel für die Untersuchung einer von ihr entnommenen Blutprobe durch.

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen