Transplantationsskandal

Ermittlungen werden gebündelt

Manipulierte Patientendaten für schnellere Leberspenden: Im Skandal von Göttingen kommt nun die Zeit der Staatsanwälte. Jetzt haben sie die Ermittlungen gebündelt.

Veröffentlicht: 25.09.2012, 15:27 Uhr
Ermittlungen werden gebündelt

Uniklinik Göttingen: Jetzt kümmert sich Braunschweig um die Fälle.

© Hubert Jelinek / imago

GÖTTINGEN/STUTTGART (dpa/nös). Der Göttinger Skandal um manipulierte Wartelisten für Leberspenden soll jetzt allein von der Staatsanwaltschaft Braunschweig aufgeklärt werden.

Bislang ermittelt parallel die Staatsanwaltschaft in Göttingen in dem Fall. Die Ankläger in Braunschweig sind auf Korruptionsfälle spezialisiert.

Die Göttinger Ermittler untersuchen denn Fall unter anderem wegen des Verdachts auf Tötungsdelikte. Sie haben ihre Akten nun nach Braunschweig abgegeben, wie Sprecher Andreas Buick am Dienstag sagte.

Buick: "Es ist besser, wenn alles in einer Hand liegt."

Die Braunschweiger ermitteln seit Juni gegen einen früheren verantwortlichen Transplantationsmediziner des Göttinger Uniklinikums wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Er soll mit dem mittlerweile beurlaubten Chef der Göttinger Gastroenterologie Krankendaten so manipuliert haben, dass seine Patienten möglicherweise bei Leberspenden bevorzugt worden sind.

Auch an seiner früheren Arbeitsstelle, der Uniklinik Regensburg, soll der Chirurg in ähnliche Machenschaften verwickelt gewesen sein.

Derweil hat das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg bekannt gegeben, dass im Ländle künftig ein Sechs-Augen-Prinzip in den Transplantationszentren gelten soll.

In jeder Klinik in Baden-Württemberg soll nun eine interdisziplinäre Konferenz aus mindestens drei Ärzten eingerichtet werden.

Zuvor hatten bereits andere Bundesländer ein Sechs-Augen-Prinzip eingeführt, darunter etwa Bayern. Experten haben sich seit dem Skandal wiederholt für interdisziplinäre Transplantationskonferenzen ausgesprochen.

Mehr zum Thema

Evidenzgenerierung

Register als Alternative zu RCT

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Saftige Finanzspritzen für ÖGD und Kliniken

Konjunkturpaket

Saftige Finanzspritzen für ÖGD und Kliniken

Neue Analyse spricht für Bypass statt Stent

Hauptstammstenose

Neue Analyse spricht für Bypass statt Stent

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden