Transplantationsskandal

Ex-Klinikdirektor klagt gegen Dienstenthebung

Jetzt wird der Spieß umgedreht: Der zweite Verdächtige im Göttinger Transplantationsprozess zieht gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die Uniklinik, vor Gericht. Er protestiert gegen das Tätigkeitsverbot - und er will die Neuausschreibung einer Professur verhindern.

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Uniklinikum Göttingen: Der ehemalige Chef der Gastroenterologie möchte gerne zurück.

Uniklinikum Göttingen: Der ehemalige Chef der Gastroenterologie möchte gerne zurück.

© Stefan Rampfel / dpa

GÖTTINGEN. Der Transplantationsskandal am Göttinger Uniklinikum beschäftigt jetzt auch das Verwaltungsgericht Göttingen. Der langjährige Leiter der Gastroenterologie und Endokrinologie, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beteiligung an Manipulationen von Patientendaten ermittelt, hat dort eine Klage und ein Eilverfahren gegen die Göttinger Unimedizin (UMG) angestrengt.

Die Klage ist bereits seit längerem anhängig, sie richtet sich gegen die vorläufige Diensterhebung des Mediziners. Der UMG-Vorstand hatte dem Klinikdirektor nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe im Sommer 2012 die Führung der Dienstgeschäfte untersagt und ihm verboten, seine Diensträume zu betreten. Das Gericht muss darüber entscheiden, ob dieses Tätigkeitsverbot rechtmäßig ist.

Der Medizinprofessor will außerdem mit einem Eilverfahren die Neuberufung eines Abteilungsleiters in der Inneren Medizin verhindern. Die Göttinger Unimedizin hat eine zweite Professur für Gastroenterologie ausgeschrieben. Dieser soll gleichzeitig Leiter einer neu aufzubauenden Klinik sein, deren thematischer Schwerpunkt auf der Onkologie liegt. Die Uniklinik hat die Stelle bislang noch nicht besetzt, weil sie zunächst die Entscheidung des Gerichts abwarten will.

Der Gastroenterologe ist auch immer wieder Thema in dem Prozess gegen den früheren Leiter der Göttinger Transplantationschirurgie. Dieser muss sich seit August 2013 wegen versuchten Totschlages in elf Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung in drei Fällen vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Mehrere als Zeugen geladene Ärzte gaben an, dass der ehemalige Leiter der Gastroenterologie sie zu Manipulationen von Patientendaten aufgefordert habe. (pid)

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