Personalführung

Ex-Mitarbeiter dürfen Personalakte einsehen

Veröffentlicht:

ERFURT (reh). Auch wenn das Arbeitsverhältnis längst nicht mehr besteht, haben Arbeitnehmer das Recht, einen Blick in ihre Personalakte zu werfen. Das hat jetzt das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschieden und gab damit der Klage eines früheren Versicherungsangestellten statt.

Sein Ex-Arbeitgeber hatte ihm die Einsicht in seine Akte mit Verweis auf das beendete Arbeitsverhältnis verwehrt. Der Arbeitnehmer habe auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein berechtigtes Interesse daran, den Inhalt seiner fortgeführten Personalakte auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, so die Richter.

Denn in der Regel werden nicht nur Kündigungsschreiben - egal von wessen Seite sie kommen -, sondern ebenso Kündigungsgründe und abschließende Beurteilungen in die Akten aufgenommen.

Der Arbeitgeber habe im Rahmen seiner vertraglichen Rücksichtnahmepflicht gemäß Paragraf 241 Abs. 2 BGB auf das Wohl und die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung des BAG.

Hierzu zähle auch das aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers resultierende Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

Az.: 9 AZR 573/09

Mehr zum Thema

Mehr Netto vom Brutto?

BSG untersagt Arbeitgebern Steuersparmodell

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Jeweils bis Ende Februar müssen KVen und Kassen-Verbände die Gehälter ihrer Führungsspitze offenlegen.

Gehaltsvergleich

So viel verdienen die KV-Chefs