„Neuer Klinikalltag“

Fachärzte stört Stufenplan zur Rückkehr in regelhaften Op-Betrieb

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands hält Spahns Plan, an den Kliniken die elektiven Eingriffe im 14-Tage-Rhythmus zu erhöhen, für „sachfremd“.

Veröffentlicht: 29.05.2020, 13:57 Uhr

Berlin. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) begrüßt das Konzeptpapier „Neuer Klinikalltag“ des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) zum Wiederhochfahren des üblichen Krankenhausbetriebes in der Corona-Krise grundsätzlich, warnt aber vor Bürokratie bei der Wiederaufnahme elektiver Eingriffe in den Krankenhäusern, wie es in einer Verbandsmitteilung vom Freitag heißt.

In seinem bei einem Besuch an der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellten Konzept sieht Spahn unter anderem die „Planung einer schrittweisen Erhöhung der OP-Kapazität für Elektiveingriffe um jeweils zehn Prozent alle zwei Wochen bei gleichzeitiger sorgfältiger Re-Evaluation der vorhandenen regionalen und nationalen Intensivbettenkapazität und der auftretenden Neuinfektionen“ vor.

Angesichts der Corona-Pandemie forderte Spahn die Kliniken Mitte März dazu auf, alle elektiven Eingriffe zu verschieben, um adäquate Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsplätze für schwere COVID-19-Fälle gewährleisten zu können.

„Der SpiFa hält den Vorschlag eines einheitlichen Stufenplans zur schrittweisen Erhöhung der OP-Kapazitäten mit 14-tägiger Re-Evaluation für völlig sachfremd“, heißt es in der Verbandsmitteilung weiter.

Begründung: Da die Verweildauer bei Patienten mit elektiven Eingriffen in der Regel ohnehin 72 Stunden nicht überschreite, sei eine schrittweise Rückkehr zum regelhaften OP-Betrieb zur Sicherung der intensivmedizinischen Kapazitäten, wie vom BMG vorgesehen, nicht erforderlich. Die 72-Stunden-Frist wird Kliniken eingeräumt, sollte es wieder zu einem Anstieg an Versorgungsbedarf für Corona-Patienten kommen.

Individuelle Freiheiten für Kliniken gefordert

Die jeweiligen Kontrollen für die einzelnen vom BMG vorgegeben Stufen könnten so ebenfalls entfallen und dadurch für weniger bürokratischen Aufwand in den einzelnen Krankenhäusern sorgen, ergänzen die Fachärzte.

„Jedes Krankenhaus sollte und könnte so selbstverantwortlich darüber entscheiden, welche Operationen durchgeführt werden können, die vom BMG angedachten bürokratischen Vorgaben sind überflüssig und bringen neben mehr auf Aufwand keinen zusätzlichen Nutzen“, resümiert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. (maw)

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