Personalführung

Frauenfußball-WM ist kein Grund für fristlose Kündigung

Veröffentlicht: 29.06.2011, 05:01 Uhr

NEU-ISENBURG (bü). Wollen Medizinische Fachangestellte (MFA) oder auch angestellte Ärzte in der Praxis Spiele der Frauenfußball-WM verfolgen, so müssen Praxischefs dies gebührend tolerieren - genau wie bei der Fußball-WM der Männer.

Das geht aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor, die einen Fall der 2010er Weltmeisterschaft betraf.

Hier sah sich ein Verkäufer während seiner Arbeitszeit auf einem mitgebrachten Fernseher ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft an. Dies rechtfertigt nach Ansicht der Richter weder eine fristlose noch eine ordentliche Kündigung.

Pflichtverletzung im untersten Bereich

Das Gericht begründete seinen Spruch damit, dass der Angestellte vorher hätte abgemahnt werden müssen - zumal es seine erste Verfehlung im Job in dieser Richtung gewesen sei.

Angesichts der "gesellschaftlichen Bedeutung von Fußball" sei das Ansehen von Fußballspielen als "sozial-adäquat" einzustufen, "so dass das Gewicht der arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung als im untersten Bereich anzusehen" sei.

Der Arbeitgeber habe außerdem nach Einschätzung der Arbeitsrichter nicht dargelegt, ob sich Kunden durch das Fernsehgerät im Verkaufsraum gestört gefühlt hätten.

Az.: 7 Ca 4868/10

Mehr zum Thema

Steuer

Vorsicht beim Corona-Bonus für MFA

Kommentar zur VmF-Forderung

MFA-Tarifgehälter sind nicht alles für die Chefs

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Der für den Impfstoff genutzte Virus-Vektor: Er basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Adenovirus, das nach der Impfung die Oberflächen-Spike-Proteine von SARS-CoV-2 präsentiert.

SARS-CoV-2-Impfstoff

Vektor-basierte Corona-Vakzine mit 70 Prozent Wirksamkeit

Einen neuen Blick auf die Infektionszahlen fordert eine Gruppe von Experten.

COVID-19

Experten wollen weg von 7-Tage-Inzidenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besuchte am Montag das Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau.

COVID-19-Pandemie

Spahn: Corona-Impfungen schon im Dezember denkbar