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Anlagen-kolumne

Für Abgesänge auf den Bullenmarkt ist es noch zu früh

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Nach einer langen Phase sehr geringer Schwankungen setzte der Donnerstag vergangener Woche ein Zeichen, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Die Umfragewerte der Stimmungsindikatoren in dieser Woche werden das mit gestiegenem Pessimismus spiegeln.

Für alle, die noch nicht voll investiert sind, heißt es jetzt, die Augen offen zu halten, denn steigende Nervosität bietet gute Einstiegschancen. Auslöser für die Kursrückgänge waren die Verschiebungen bei den Anleihenrenditen und den Währungen, die auf Notenbankkommentare folgten.

Die EZB äußerte sich zuversichtlich wie lange nicht für die Konjunktur und öffnete aus Sicht der Marktteilnehmer die argumentative Tür für einen Wechsel in der Geldpolitik. Ein Ende expansiver Geldpolitik ist für die Börse wie der Entzug für einen Junkie. Wichtig wird sein, dass das mit Augenmaß passiert und keinesfalls zu schnell. Der Sprung der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf fast 0,5 Prozent zwingt Anleger zum Umdenken.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wieviel besser die Konjunktur noch werden kann. Stellvertretend sei der ifo-Index als wichtigster Konjunkturindikator in Deutschland genannt. Er steht auf einem Allzeithoch. Die Luft wird dünner. Dennoch ist es im Moment zu früh das Ende des Bullenmarktes auszurufen. Aktienwerte bieten weiterhin vergleichsweise die beste Anlage-Option. Zunächst wartet auch noch eine Berichtssaison der Unternehmen, die vermutlich sehr vernünftig ausfallen dürfte, und viele positive Ausblicke werden den Fokus von den Notenbanken auf die Unternehmen lenken, was den Markt stützen dürfte.

Fazit: In den nächsten Wochen kann es an der Börse durchaus holpriger zugehen. Doch pauschale Rückgänge des Gesamtmarktes bieten bei fundamental guten Unternehmen immer auch Einstiegsgelegenheiten.

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