Linde/Praxair

Fusion verlustreicher als erwartet

Ob der Merger von Linde und Praxair gelingt, ist auch nach Zustimmung der EU-Kommission weiterhin ungewiss.

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BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat am Dienstag die Fusion der beiden Hersteller technischer Gase, Praxair und Linde, genehmigt. Allerdings müssen umfangreiche Auflagen erfüllt werden. Zunächst hatte die Kommission befürchtet, der Zusammenschluss könnte "zu einer signifikanten Verringerung der Zahl der geeigneten alternativen Anbieter und damit potenziell zu Preiserhöhungen" führen.

Um diese Bedenken auszuräumen, muss Praxair nun sein gesamtes europäisches Gasgeschäft (Industrie-, Medizin-, Spezialgase sowie Helium) veräußern. Zudem gibt Praxair seine Anteile an dem Joint-Venture Siad komplett an den Partner Flow Fin ab und trennt sich von Helium-Bezugsverträgen für den außereuropäischen Marktbedarf.

Gleichwohl ist die Hochzeit der beiden Gas-Giganten unsicherer denn je. Am Mittwochmorgen gab Linde bekannt, nach Rückmeldung weiterer Kartellbehörden sei "nunmehr davon auszugehen, dass die umsatzbezogene Obergrenze für Veräußerungszusagen überschritten wird".

Gemäß Fusionsvereinbarung hatten beide Unternehmen festgelegt, zur Erfüllung kartellrechtlicher Auflagen Geschäftsteile bis zu einem Jahresumsatz von maximal 3,7 Milliarden Euro oder maximal 1,1 Milliarden Euro Betriebsgewinn abgeben zu wollen. Darüber hinausgehenden Verkaufszusagen, heißt es, müssten beide Partner erst zustimmen.

Bereits vor zwei Wochen ließ Linde verlauten, allein die Anforderungen der US-Wettbewerbsbehörde FTC fielen höher aus als erwartet. Schon damals wurde die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die vereinbarte Umsatzgrenze für Teilverkäufe überschritten werden könnte.

"Linde und Praxair setzen ihre konstruktiven Gespräche fort und diskutieren mit den Wettbewerbsbehörden, wie deren Anforderungen erfüllt werden können", hieß es am Mittwoch weiter. Laut Deutscher Presseagentur muss gemäß Wertpapiergesetz die Fusion bis 24. Oktober in trockenen Tüchern sein. (cw)

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