Genossenschaft wird zum Magneten für Netze

Immer mehr Ärztenetze in Schleswig-Holstein kaufen Dienstleistungen aus dem Angebot der Ärztegenossenschaft Nord. Profitieren können sie auch bei Verhandlungen mit Kassen über IV-Verträge.

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KIEL (di). Die Ärztegenossenschaft Nord hat mit elf Praxisnetzen Kooperationsverträge geschlossen. Weitere Vereinbarungen sind in Planung.

Zehn Schleswig-holsteinische und ein Hamburger Ärztenetz nutzen bislang das Kooperationsangebot der Genossen und kaufen Module aus deren Dienstleistungsangebot.

Das kann Organisation, Kommunikation, Schulungen, betriebswirtschaftliche Kalkulation, aber auch das komplette Netzmanagement umfassen. Zu den Kooperationspartnern zählen etwa die großen Kieler und Lübecker Ärztenetze, die Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg (MQR) und das Netz Süberelbe in Hamburg.

Derzeit laufen nach Auskunft der Genossenschaft weitere Gespräche mit namhaften Netzen im Norden.

Außer den Dienstleistungen erhalten die Kooperationspartner über einen Netzbeirat direkten und regelmäßigen Kontakt zum Vorstand der Genossenschaft. Deren Vertragskompetenz nutzen immer mehr Netze auch bei Verhandlungen mit Krankenkassen, wenn es um die integrierte Versorgung geht.

Beiträge ausgeschlossen

Derzeit laufen im Norden 32 IV-Verträge mit einem Honorarvolumen von rund 25 Millionen Euro, die von der Genossenschaft für verschiedene Fachgruppen ausgehandelt wurden.

An den Verträgen beteiligen sich 1700 Ärzte. Allein über einen Vertrag zur kinderärztlichen Versorgung werden rund 10.000 Patienten behandelt.

Genossenschaftschef Dr. Klaus Bittmann sieht die Organisation als dritte Institution im Norden neben Ärztekammer und KV fest etabliert. Im Gegensatz zu anderen Organisationen ohne Pflichtmitgliedschaft verzichtet die Genossenschaft auf Beiträge.

Sie finanziert sich über kostenpflichtige Dienstleistungen und Provisionen für Produkte, die ihren über 2000 Mitgliedern über Rahmenverträge angeboten werden. Bittmann schloss im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" Beiträge auch für die Zukunft aus.

Ausbauen will die in Schleswig-Holstein und Hamburg aktive Organisation die Zusammenarbeit mit den Praxismitarbeiterinnen, die als Dialogpartnerinnen ihrer Praxen kostenlose Schulungen nutzen können. Bislang nutzen rund 800 MFA diese Möglichkeit.

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