Klinik-Management

Greifswalder Augenärzte helfen Frühchen aus ganz Europa

Die Greifswalder Augenklinik hat 700 Patienten aus dem Ausland über Stiftungsprogramme behandelt. Die meisten von ihnen kommen aus Osteuropa.

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Frühchen: Bei speziellen Netzhauterkrankungen helfen Greifswalder Spezialisten.

Frühchen: Bei speziellen Netzhauterkrankungen helfen Greifswalder Spezialisten.

© dpa

GREIFSWALD (di). Maciej ist fünf Jahre jung und kommt aus Polen. Greifswald aber kennt Maciej schon seit seinem ersten Lebensjahr - er wurde dort mehrfach operiert. Vor Kurzem stand ein weiterer Eingriff an, damit seine Netzhaut vorsichtig aufgebaut werden kann.

Damit war Maiciej der 700. Op-Patient aus dem Ausland, der mit Unterstützung von Stiftungen und Förderern an der Augenklinik die Chance auf ein Leben mit Sehkraft bekommt.

"Die meisten Patienten sind Kinder aus Bulgarien und Polen mit einer typischen Frühgeborenenerkrankung der Netzhaut", sagte der Direktor der Universitätsaugenklinik, Professor Stefan Clemens.

Die Behandlungen ermöglicht ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Helfern, Ärzten und Kinderklinik bereits seit 1994. Grund für die Hilfe: In vielen Ländern können Risikofrühgeburten in der Nachsorge noch nicht optimal betreut werden.

Die Greifswalder Augenklinik hat sich international insbesondere einen Namen als Kompetenzzentrum für die Frühgeborenen-Netzhauterkrankung (Retrolentale Fibroplasie) gemacht.

Dabei handelt es sich um eine zur Erblindung führende Augenkrankheit, die vor allem bei sehr schwachen und unreifen früh geborenen Kindern verbreitet ist.

Bei dieser Erkrankung kommt es aufgrund der vorzeitigen Geburt zu einer Unterbrechung des Entwicklungsprozesses der Netzhaut. Inzwischen werden aus allen polnischen Op-Zentren und teilweise auch durch niedergelassene Augenärzte Kleinkinder mit Netzhautablösung in Folge einer Frühgeburt an der Greifswalder Augenklinik operativ versorgt. Die Unterbringung erfolgt in verschiedenen Stationen der Kinderklinik.

Der logistische Aufwand für die zusätzlichen Op ist hoch. Das Dolmetschen übernehmen in der Regel polnische Ärzte, die am Klinikum und speziell in der Augenklinik arbeiten.

Dank der bulgarisch-deutschen Stiftung "Lichtblicke für Kinder" können seit einigen Jahren auch bulgarische Kleinkinder betreut werden.

Bis zum Krankenhausaufenthalt werden die kleinen Patienten und ihre Familien in einer Pension auf Rügen untergebracht. Ehrenamtliche Stiftungsmitarbeiter übernehmen die Organisation, die Fahrten und die Übersetzung. Die Nachkontrollen erfolgen teilweise bei den heimischen Augenärzten oder auch in der Augenklinik Greifswald selbst.

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