Debatte um Krankentage

Hausärztevertreter für schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kritisiert kommerzielle Anbieter von digitalen AU-Bescheinigungen. Diese machten „schnelles Geld mit Pseudo-Attesten“, während sich die Mediziner an Regeln hielten.

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Digitale Krankschreibung? Der Hausäztinnen- und Hausärzteverband kritisiert aggressive Praktiken kommerzieller Anbieter.

Digitale Krankschreibung? Der Hausäztinnen- und Hausärzteverband kritisiert aggressive Praktiken kommerzieller Anbieter.

© Heide / stock.adobe.com

Berlin. Angesichts der Debatte um die Krankentage deutscher Arbeitnehmer fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband schärfere Regeln für Online-Krankschreibungen. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“. „Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen.“ Es sei seiner Ansicht nicht offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei gehe.

Beier kritisiert, dass Anbieter solcher Krankschreibungen „aggressiv mit Online-Krankschreibungen für 20 bis 30 Euro“ warben und Gesetzeslücken ausnutzten. Seiner Ansicht nach dürfte es nicht sein, dass ein Arzt Patienten per Video krankschreiben kann, die er noch nie gesehen hat. „Das ist bei der telefonischen Krankschreibung richtigerweise nicht möglich. Dieser Vorbehalt sollte künftig auch für Videosprechstunden gelten.“

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Lauterbach sieht rechtliche Lücken

Auch der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert das Angebot kommerzieller Anbieter für Online-Krankschreibungen. „Die Online-Krankschreibung sollte nur den Hausärzten oder behandelnden Fachärzten erlaubt sein“, sagte er der Zeitung. „Dass kommerzielle Anbieter, die keinen Bezug zum Patienten haben und nicht praktisch tätig sind, mit Online-Krankschreibungen werben, halte ich für problematisch. Hier gibt es in der Tat leider rechtliche Lücken, die das ermöglichen.“ Es handele sich jedoch um keine bedeutsame Größe. Er fordere entsprechend ein Verbot.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt den hohen Krankenstand in Deutschland und die Möglichkeiten der telefonischen Krankschreibungen bemängelt. Gesundheitsministerin Nina Warken kündigte an, die Regelung überprüfen zu wollen. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD heißt es zu Krankschreibungen ohne Arztbesuche: „Die telefonische Krankschreibung werden wir so verändern, dass Missbrauch zukünftig ausgeschlossen ist (zum Beispiel Ausschluss der Online-Krankschreibung durch private Online-Plattformen).“ (dpa)

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