Fördergelder

Hausärzte gesucht: Sachsen legt neue Köder aus

2500 Euro monatlicher Zuschuss für Fachärzte, die ins Allgemeinfach umschulen und Gehaltszuschüsse für niederlassungswillige Klinikärzte: Die KV Sachsen lässt sich die Sicherstellung der Versorgung einiges kosten.

Veröffentlicht: 23.06.2020, 16:43 Uhr

Dresden. Die KV Sachsen und die Krankenkassen wollen mit neuen Fördermöglichkeiten Mediziner für Regionen mit Ärztemangel in Sachsen gewinnen. Die neuen Regelungen gälten von Juli an, teilt die KV mit. Sie seien für Ärzte und Psychotherapeuten bestimmt, die in „unterversorgten oder unzureichend versorgten Regionen tätig werden wollen“.

Neu sei zum Beispiel ein Gehaltszuschuss für Quereinsteiger. Dieser sei für Fachärzte vorgesehen, die eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner absolvieren. Hier werde bis zu zwei Jahre lang monatlich ein Zuschuss von 2500 Euro gezahlt.

Die zweite neue Förderung ist als Gehaltszuschuss für Hausärzte auf Probe überschrieben. Hier können Fachärzte für Innere Medizin, die zuvor in einem Krankenhaus gearbeitet haben, bis zu 18 Monate lang 7500 Euro pro Monat als Zuschuss erhalten. Sie dürfen allerdings zuvor seit dem Ablegen der Facharztprüfung nicht länger als ein Jahr praktiziert haben.

50.000 Euro Begrüßungsgeld für Psychiater

Die dritte neue Förderung ist für die Sozialpsychiatrie gedacht. Hier gibt es einen Einmalbetrag von 50.000 Euro für die erstmalige Teilnahme an der sozialpsychiatrischen Versorgung. Die Teilnehmer müssen dann allerdings fünf Jahre lang Vorgaben der KV Sachsen für Mindestbehandlungsfallzahlen und Mindestsprechstunden erfüllen.

Diese drei neuen Förderungen gelten zusätzlich zu den bereits bestehenden Förderarten. Diese sehen einen garantierten Mindestumsatz für die ersten beiden Jahre der neuen Praxis oder eine Einmalzahlung von bis zu 100.000 Euro bei der Neugründung oder Übernahme einer Praxis oder der Anstellung eines Arztes oder Psychotherapeuten vor.

Für das Jahr 2019 nennt die KV eine Summe von rund sechs Millionen Euro, die sie dafür ausgegeben habe. 2012 seien es etwa 500.000 Euro gewesen. (sve)

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie sich nach Corona das Medizinstudium ändern sollte

Baden-Württemberg

Im Zollernalbkreis ist fast jeder zweite Hausarzt über 60

142 Millionen Euro fehlen

Dreht das Land der European Medical School den Geldhahn zu?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Fronten im TI-Streit verhärten sich

Ministerium vs. Ärzteschaft

Die Fronten im TI-Streit verhärten sich

Gehört Kohlenmonoxid auf die Dopingliste?

Ausdauersport

Gehört Kohlenmonoxid auf die Dopingliste?

Herz-CT auch zur Osteoporose-Diagnostik nutzen!

Gleichzeitige Checks

Herz-CT auch zur Osteoporose-Diagnostik nutzen!

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden