Alemtuzumab

Hersteller sieht Versorgung gesichert

Für die Zulassung bei MS will der Hersteller den Antikörper Alemtuzumab vom Markt nehmen. Die Onkologen gehen auf die Barrikaden. Das Unternehmen beteuert jedoch, die Versorgung sei sichergestellt.

Veröffentlicht:
Zeichen der Multiplen Sklerose: Für die Therapie mit Alemtuzumab will der Hersteller jetzt klinische Studien durchführen.

Zeichen der Multiplen Sklerose: Für die Therapie mit Alemtuzumab will der Hersteller jetzt klinische Studien durchführen.

© Okapia

NEU-ISENBURG (brs). Auch nachdem Sanofi die Vermarktung von MabCampath® (Alemtuzumab) eingestellt hat, ist die kostenfreie Versorgung der Patienten mit dem Arzneimittel gegen chronisch lymphatische Leukämie (CLL) sichergestellt. Es gebe keinerlei Engpässe, bekräftigt das Unternehmen.

Wie zu erfahren war, ist MabCampath® in Deutschland bisher über die Firma Clinigen für etwa 30 Patienten zur Verfügung gestellt worden.

Dies erfolgt per Einzelimport im Rahmen des AMG, und zwar aus den USA, wo das Arzneimittel zwar ebenfalls nicht mehr im Markt ist, die Zulassung aber anders als in der EU weiter besteht.

Die Fallzahl von Patienten, für die die Arznei infrage kommt, dürfte bei etwa 300 liegen.

Die Sanofi-Tochter Genzyme hatte sich nach eigenem Bekunden zur Rückgabe der Zulassung von MabCampath entschlossen, um den Einsatz bei Multipler Sklerose (MS) vor der Zulassung ausschließlich innerhalb kontrollierter klinischer Studien sicherzustellen.

Denn sollte Alemtuzumab zur Behandlung der MS zugelassen werden, werde sich das Behandlungskonzept grundsätzlich von der MabCampath Dosierung zur Behandlung der CLL unterscheiden.

Naturgemäß dürfe eine breite Anwendung erst nach erfolgter Zulassung sowie der Etablierung des entsprechenden Risk-Management Plans erfolgen.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hatte die Martktrücknahme als "absolut inakzeptabel" kritisiert und von einer "profitorientierten Zulassungsstrategie" gesprochen.

In einem Schreiben an die Fachgesellschaft, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt, räumt Sanofi ein, dass die Entscheidung "natürlich auch unternehmerisch" begründet ist.

Der Preis von Alemtuzumab werde aber das Ergebnis einer Bewertung und von Verhandlungen mit Behörden und Kostenträgern sein - soweit es Deutschland betrifft sind damit das IQWiG, der G-BA und der GKV-Spitzenverband gemeint.

"Dieses Ergebnis wird Kriterien wie Zusatznutzen aber auch Forschungs- und Entwicklungskosten in der neuen Indikation erfassen. Aus unserer Sicht wäre es fair, zunächst dieses Ergebnis abzuwarten".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen