„Es müssen endlich Taten folgen“

Hilfsmittelbranche mahnt Entbürokratisierung an

Auch in der zweiten Halbzeit der Legislaturperiode ist eine Reform der Hilfsmittelversorgung über das Ankündigungsstadium noch nicht hinausgekommen.

Veröffentlicht:

Berlin. Die Hilfsmittelanbieter warten weiterhin auf bürokratische Entlastung. Bereits bei der parlamentarischen Beratung des Lieferengpassgesetzes (ALBVVG) Mitte vorigen Jahres seien Erleichterungen der Vertragsbeziehungen zwischen Kassen und Leistungserbringern angekündigt worden. Doch „passiert ist in dieser Hinsicht bislang nichts“, heißt es in einer Mitteilung des Branchenbündnisses „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) am Freitag.

Die Interessenallianz, der unter anderem der Innungsverband für Orthopädie-Technik sowie Zusammenschlüsse der Sanitätshäuser angehören, verweist zudem auf ein taufrisches Statement aus dem Bundesgesundheitsministerium, wonach der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Edgar Franke (SPD) noch Anfang Oktober das Reformvorhaben bekräftigt hatte.

„Zeitnah Regelungsvorschläge“

In einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage der Unionsfraktion konzediert Franke, dass „das derzeitige Hilfsmittelsystem insbesondere im Bereich der Vertragsbeziehungen von Leistungserbringer- und Krankenkassenseite als wenig praktikabel und bürokratietreibend empfunden wird“. Das BMG beabsichtige daher „zeitnah Regelungsvorschläge vor(zu)legen, die die aktuellen Umsetzungsprobleme der bestehenden gesetzlichen Vorgaben sowie die Kritik aus der Praxis aufgreifen“.

„Auf Worte müssen jetzt endlich Taten folgen“, mahnen unterdessen die Hilfsmittelerbringer an. Die Sanitätshäuser ächzten „unter der hohen Bürokratielast, und es ist höchste Zeit, dass der Gesetzgeber aktiv wird, um hier Entlastung zu schaffen“. Insbesondere müssten auch die Themen Präqualifizierung und Retaxierung angegangen werden.

Kein Abscheid vom Vertragswettbewerb

Nachdem zum Stand der Dinge das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) Ende 2022 einen kritischen Report („Sonderbericht über die Qualität der Hilfsmittelversorgung“) veröffentlicht hatte, liegen ausführliche Positionspapiere von Kostenträger- wie Anbieterseite zu einer neuerlichen Reform der Hilfsmittelversorgung bereits seit längerem vor.

Danach fordern die Kassen vor allem eine Stärkung wettbewerblicher Elemente bei der Anbieterauswahl. Während sich die Hilfsmittelbranche im Gegenteil eine Rückkehr zu rahmenvertraglich vereinheitlichten Lieferbeziehungen wünscht.

Letzterem hatte das BMG allerdings erst kürzlich – gleichfalls in einer Antwort auf Nachfrage der Unionsfraktion – eine Absage erteilt. Am Vertragswettbewerb wolle man festhalten. Wobei jedoch eine Rückkehr zu Hilfsmittelausschreibungen – wie von einigen Kassen erhofft – keine realistische Option sei. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neues Verschlüsselungsverfahren ECC

Elektronische Heilberufsausweise: Kartenaustausch jetzt beauftragen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?