Höhere Zuschüsse für Nachwuchsärzte im Norden

Veröffentlicht:

Die KV Schleswig-Holstein will mehr Geld für Aus- und Weiterbildung geben - und hofft auf mehr junge Ärzte.

Von Dirk Schnack

BAD SEGEBERG. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) hat auf ihrer jüngsten Abgeordnetenversammlung beschlossen, die Zuschüsse für aus- und weiterbildende Praxen deutlich zu erhöhen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, den ärztlichen Nachwuchs in den Norden zu locken. Möglich sind jetzt:

100 Euro pro Woche für Praxen, die PJler in den Wahlfächern Allgemeinmedizin oder Nervenheilkunde ausbilden. Den Zuschuss gibt es für maximal 16 Wochen, das Geld können die Praxen direkt an die Studenten auszahlen.

Ein Fahrtkostenzuschuss für Studenten, die ihr Kleingruppenseminar und Blockpraktikum im Fach Allgemeinmedizin außerhalb der Universitätsstandorte in Kiel und Lübeck machen. Für Hin- und Rückfahrt zur Lehrpraxis bekommen sie einen Zuschuss in Höhe von 20 Cent pro Kilometer.

Zusätzlich zu den von KV und Kassen getragenen 3500 Euro monatlich für Weiterbildungsassistenten zahlt die KV weitere 700 Euro für Praxen, die Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin beschäftigen. Dies gilt nicht in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und nur für Praxen, deren Inhaber 58 Jahre oder älter sind.

Die bislang gezahlten 2000 Euro pro Monat für Assistenten in allen Facharztgruppen werden ersetzt durch eine Neuregelung: Praxen, die Assistenten in Nervenheilkunde beschäftigen, erhalten statt bislang 2000 Euro nun 3500 Euro. Für die Augenheilkunde und in der Gynäkologie beträgt der Zuschuss weiterhin 2000 Euro, dieser wird aber jetzt unabhängig vom Standort und vom Alter des Praxisinhabers gezahlt.

Die neue Regelung gilt zunächst für zwei Jahre und kann bei steigendem Bedarf auch wieder auf andere Fachgruppen ausgedehnt werden. In der Nerven-, Frauen- und Augenheilkunde gibt es derzeit neben der Allgemeinmedizin die größten Probleme im Norden.

Bewilligte Gelder sollen direkt an den Nachwuchs weitergeleitet werden

Die KV Schleswig-Holstein rechnet damit, dass die Praxen bewilligte Gelder direkt an den Nachwuchs weiterleiten werden.

Zugleich bezeichnete die KV es als "völlig unverständlich", dass die Verhandlungen über eine Lehrprofessur Allgemeinmedizin an der Universität Lübeck wieder ins Stocken geraten sind.

"Wenn Universität und Landesregierung tatsächlich ein ernsthaftes Interesse daran haben, den Beruf des Hausarztes für den medizinischen Nachwuchs attraktiver zu machen, dann müssen sie jetzt handeln und dürfen sich nicht noch länger mit der Einrichtung eines Lehrstuhls Zeit lassen", kritisierte KV-Chefin Dr. Ingeborg Kreuz.

Mehr zum Thema

Haushaltsplan der BÄK

Landesärztekammern müssen höhere Umlage an BÄK zahlen

Abgeschlossenes Geschäftsjahr

BÄK investiert in qualifiziertes Personal

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Lesetipps
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r.) bei der Kabinettssitzung am Mittwoch in Berlin.

© Michael Kappeler/dpa

Bessere Rahmenbedingungen für Praxen

Kabinett macht Weg für Lauterbachs Hausärzte-Gesetz frei

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle

Der Nephrologe Prof. Jürgen Floege von der Uniklinik RWTH Aachen rät beim 18. Allgemeinmedizin-Update-Seminar in Mainz davon ab den RAS-Blocker abzusetzen wenn der Kaliumspiegel des Patienten ansteigt, da so weder die eGFR verbessert noch das Hyperkaliämierisiko gesenkt wird.

© SaroStock / stock.adobe.com / generated AI

Nephrologe rät

RAS-Blocker bei Hyperkaliämie möglichst nicht sofort absetzen