Direkt zum Inhaltsbereich

Multiresistente Erreger

Hohe Hygienestandards werden in Berlin ausgezeichnet

Ein neues Siegel attestiert Krankenhäusern und stationären Einrichtungen, dass sie Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Multiresistenten Erregern ergreifen.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

BERLIN. Einen Aktionsplan gegen Krankenhausinfektionen hat die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) angekündigt. "Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und hier vor allem von antibiotikaresistenten Keimen steht weit oben auf meiner gesundheitspolitischen Agenda", sagte Kolat bei der Verleihung des ersten MRE-Siegels in Berlin an den Klinikverbund DRK Kliniken Berlin. Deshalb werde sie einen Aktionsplan für ganz Berlin vorlegen.

Das MRE-Siegel ist in Berlin eine Neuerung. Es attestiert Krankenhäusern und stationären Einrichtungen, dass sie Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von MRE (Multiresistente Erreger) vornehmen, die die Patientensicherheit erhöhen sollen.

Einrichtungen, die das Siegel erhalten möchten, müssen vor allem genug Hygienefachpersonal und regelmäßige Präventions- und Schulungsmaßnahmen nachweisen. Die Bundeshauptstadt folgt damit Beispielen aus Hamburg und dem Rheinland.

Vergeben wird das Siegel in Berlin von der einrichtungsübergreifenden Arbeitsgemeinschaft Krankenhaushygiene im MRE-Netzwerk Berlin, der Hygienefachkräfte und Hygieniker aus den Kliniken, Vertreter der bezirklichen Gesundheitsämter, das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und die Gesundheitssenatsverwaltung angehören.

"Unser Ziel ist es, uns auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für ein hohes Qualitätsniveau im Bereich der Krankenhaushygiene zu engagieren", so Frau Dr. Nicoletta Wischnewski vom Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf, die das Siegel für die AG Krankenhaushygiene an die DRK Kliniken Berlin übergab. Es ist ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung für zwei Jahre gültig. Danach muss es neu beantragt werden, wobei die Krankenhäuser erneut überprüft werden.

Die DRK Kliniken Berlin zeichnen sich vor allem durch ein konsequentes MRSA-Screening aus. Sie haben im September 2017 nach eigenen Angaben als erster Klinikverbund in Berlin ein generelles Screening auf den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) eingeführt. Alle Patienten, die an den drei Standorten der DRK Kliniken Berlin stationär aufgenommen werden sollen mittels Nasen-/Rachenabstrich auf den Erreger gescreent werden.

Das senke die Übertragungswahrscheinlichkeit und ermögliche die präoperative Behandlung von MRSA, wodurch das Risiko von Folgeinfektionen nach einer Operation erheblich sinke. Zudem soll das Screening langfristig auch die Fachkenntnis über Verbreitungsmuster des MRSA-Bakteriums erhöhen. So wollen die DRK Kliniken Berlin zur Entwicklung effizienter und zukunftsweisender Präventions- und Gegenmaßnahmen beitragen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Lukrative Vorhaltefinanzierung

Vergütung sektorenübergreifender Versorgungseinrichtungen beschlossen

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt