Hospizstiftung fordert amtliche Leichenschau

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DORTMUND (dpa). Die Deutsche Hospizstiftung fordert eine intensivere Prüfung der Todesursachen von Verstorbenen in Pflege- und Altenheimen sowie auf geriatrischen Intensivstationen. Das sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, mit Blick auf die Ermittlungen gegen eine Krankenschwester aus Gardelegen wegen Totschlagsverdachts. Anlass war eine Zunahme von Todesfällen auf der Intensivstation des Altmarkklinikums (wir berichteten).

In zahlreichen Fällen war laut Staatsanwaltschaft die Krankenschwester im Dienst. Die Anklagebehörde sieht einen Anfangs-, aber noch keinen dringenden Tatverdacht. "Mit der gesetzlichen Einführung einer zusätzlichen amtsärztlichen Leichenschau zum Totenschein des Arztes können unnatürliche Todesursachen schneller erkannt werden", sagte Brysch am Donnerstag in einem dpa-Gespräch. "Nirgendwo kann so leicht getötet werden wie in Pflegeheimen und Krankenhäusern." Dies falle oft nicht auf, weil der Tod dort ohnehin allgegenwärtig sei. "Die Klinikleitung hat vollkommen richtig gehandelt, indem sie die Staatsanwaltschaft sofort einschaltete", sagte Brysch. Nur diese könne die Fälle lückenlos aufklären.

Die Führung des Hauses habe nach seiner Einschätzung nicht versucht, etwas zu vertuschen oder auf die lange Bank zu schieben. Er warnte die Öffentlichkeit davor, über das gesamte Krankenhaus den Stab zu brechen. Auf dem Team laste jetzt ein großer Druck. Der Vorstand der Patientenschutzorganisation forderte Ärzte und anderes Personal in Pflegeheimen und Krankenhäusern zur Wachsamkeit auf. Auffälligkeiten sollten sofort gemeldet werden. "Unregelmäßigkeiten im Klinikablauf kann nur das medizinische Personal feststellen, die Angehörigen der Patienten können das in der Regel nicht."

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